Malta: Marsaxlokk

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Marsaxlokk

um 1950
Fischerboote
Blick zur Delimara-Landzunge
Luzzo-Boot
Markt am Kai und Kirche
Container Terminal

Marsaxlokk (sprich Marsaschlock) ist das größte Fischerdorf von Malta. Der Ort liegt im Zentrum einer weiten Bucht, die von den beiden Landzungen Delimara Point im Norden und Begisha Point im Süden eingerahmt wird. Diese Bucht war in antiker Zeit, von den Phöniziern bis zu den Römern, der Haupthafen der Insel. Im Mittelalter war die Bucht relativ verlassen, da sie schutzlos den Piraten des Mittelmeers ausgeliefert war. Auch die osmanische Flotte, die 1565 die Truppen für die Belagerung der Städte der Johanniterritter nach Malta brachte, ging in der Bucht vor Anker. Erst Anfang des 17. Jahrhunderts, als die Ritter die gesamte Küstenlinie mit Wachtürmen sicherten, wurde dort das Fort San Luciano erbaut und zahlreiche kleinere Geschützstellungen errichtet. Doch gegen Napoleon, der 1798 in der Bucht landete, konnten sie nur wenig ausrichten. Gegen die drohende Invasionsgefahr setzten die Briten dann 1942 tonnenweise Beton ein, die massiven Bunkeranlagen überziehen noch heute die Landzungen.
Der heutige Ort Marsaxlokk ist relativ jung, erst 1897 wurde die Pfarrkirche im typischen Barockstil mit der hohen Kuppel erbaut. Bekannt ist der Ort auch wegen seiner großen Flotte farbenprächtiger Luzzo-Boote, die sich von den kleineren Dghajjes (sprich Daijes), wie sie heute fast nur noch im Grand Harbour von Valletta benutzt und gebaut werden, vor allem durch den Kajütenaufbau unterscheiden. Beiden gemeinsam ist aber der hohe Bugsteven, der auf phönikische Vorbilder zurückgehen soll. Davon sollen auch die aufgemalten Augensymbole stammen, die Unheil und Gefahr abwenden sollen. Der täglich im Hafen stattfindende Markt richtet sich vornehmlich an Touristen; neben Souvenirs, maltesischer Spitze und Strickwaren kann man hier aber auch noch frischen Fisch und Gemüse finden. Überschattet wird das Ganze aber mittlerweile von zwei großen Industrieanlagen: auf der Delimara-Landzunge liegt das neue Kraftwerk von Malta und den Begisha Point überragen die Krananlagen des Containerhafens von Birzebbuga.


Malta: P-32b, 5 Liri, L.1967/1973, Rückseite rechts Marsaxlokk

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