DDR

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Gründung 1948

Die BRD, die DDR und die Vereinigten Staaten Europas haben zumindest eines gemeinsam: Die Einführung der Währung lief (bzw läuft) der Staatsgründung und der Verfassung jeweils voraus.

Am 21.6.1948 führten die Westzonen die D-Mark ein. Von dieser Entwicklung ebenso überrascht wie die Westbürger musste in der SBZ darauf reagiert werden, es folgte nur wenige Tage später die Einführung der Ostmark. Die Reichsmark wurde wie im Westen zunächst im Verhältnis von 1:10 umgetauscht. Damit waren beide deutsche Währungen offiziell gleich viel wert, auch wenn sich der inoffizielle Wechselkurs bald auf 4 Ostmark pro D-Mark einpendelte.

Übrigens erfolgte die Staatsgründung der DDR, die ebenso eine Reaktion auf die Staatsgründung der BRD zu sein scheint, erst im Jahre 1949.

Den provisorischen Charakter der Noten sieht man der Klebemarkenserie an, die als Eselsbrücke für den Namen des 1. Präsidenten der DDR gelten kann (Wilhelm Pieck und die Pieckerl-Serie)

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1959 - Das Staatswappen wird eingeführt

Deutschland - ein Volk der Dichter und Denker. Dies sieht man nicht nur durch die Abbildung von Schiller und Goethe auf relativ hohen Banknotenwerten, sondern auch auf dem Staatswappen. Der Bauernstand wurde im Gegensatz zu anderen sozialistischen Staaten nicht durch Sichel, sondern durch Kornähren dargestellt. Hammer und Zirkel im Ährenkrenz symbolisierten somit den Arbeiter-, Bauern- und Denkerstaat. Die DDR-Fahne wurde übrigens erst 10 Jahre nach Staatsgründung eingeführt, um sich von der westdeutschen Fahne abheben zu können. Ähnliche Probleme haben heute noch die Luxemburger und Niederländer (rot-weiß-blau bzw orange-weiß-blau).

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1961: Die Mauer wird gebaut

Dass sich die DDR als antifaschistischer Staat bezeichnete, merkt man am Namen der Berliner Mauer als Antifaschuwa (Antifaschistischer Schutzwall). Umso kurioser ist es, dass sich auch auf einer der ersten Noten der DDR (noch) ein Hakenkreuz befand.

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1963: Der Trabi

Ein Witz verbindet die letzte Banknotenserie der DDR mit dem meistgefahrenen Auto in der "Zone": Während die junge Dame auf der Rückseite einen Antrag auf einen Trabi ausstellte, hatte die etwas ältere Dame auf der Vorderseite diesen gerade erhalten. Die durchschnittliche Wartezeit betrug bis zu 12 Jahre.

Der Vorläufer des Trabi war übrigens der Horch, genauso wie der des westdeutschen Audis (lateinisch audi = horch im Sinne von "höre zu")

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1989: Der Mauerfall

"Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf" - und sie dachten auch nicht im Traum daran. Dieses Zitat stammt von Erich Honecker. Der Satz "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben" stammt übrigens von Gorbatschows Pressesprecher. In Wirklichkeit sagte er nur verklausuliert "Ich glaube, Gefahr wartet nur auf die, die nicht auf das Leben reagieren." Im Monat vor dem Mauerfall (Oktober 1989) ereilte Erich Honecker dasselbe Schicksal wie seinem Vorgänger Walter Ulbricht: Er wurde abgesetzt und durch den einstigen FDJ-Vorstand Egon Krenz ersetzt.

Zu spät in diesem Sinne wurde der 200-Mark-Schein gedruckt, er wurde mit Nichtausgabe bestraft.

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1990: Die fünf neuen Länder

... heißen Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Brandenburg. Sie treten per Beschluss der Volkskammer zum Gültigkeitsbereich des westdeutschen Grundgesetzes bei. Damit gilt Berlin, obwohl vor 1990 nicht als Bundesland gewertet, nicht zu den "Fünf Neuen".

Kurios: Das Brandenburger Tor steht nicht in Brandenburg und wurde als einziges Motiv sowohl auf Ost- wie auf der Westmark wie auf den Euro-Münzen verwendet.

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Karl Marx

Dass das Bildnis des Karl Marx auf einem deutschen Schein zu sehen ist, zeigt, dass er (ebenso wie Friedrich Engels) ein Deutscher war. Kurioserweise war er aber, ebenso wie der Saarländer Erich Honecker, ein "Wessi", er wurde nämlich 1818 in Trier geboren. Ähnlich wie in anderen sozialistischen Staaten und Diktaturen musste der Name einer Metropole - Chemnitz - zum Gedenken einer hohen Persönlichkeit weichen und wurde zu Karl-Marx-Stadt. Noch heute ist seine Statue in Chemnitz zu sehen.

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