Ramón Freire y Serrano

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Biografie von Ramón Freire y Serrano

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Ramón Freire y Serrano war ein chilenischer Offizier und Politiker, der zweimal Präsident von Chile war.
Ramón Freire wurde am 29.11.1787 in Santiago de Chile als Sohn eines spanischen Kolonialoffiziers geboren. Seine Eltern starben früh und er wuchs auf der Hazienda seines Onkels bei Colina auf. Als dieser 1803 ebenfalls verstarb, ging Freire mit 16 Jahren nach Concepción, wo er zunächst als Büroangestellter in einem Lager arbeitete und sich später auf einem Handelsschiff einschrieb.
Ab 1810 beteiligte er sich aktiv am Unabhängigkeitskampf von Chile. 1811 trat er als Kadett den Dragonern von Frontera bei und nahm mit dieser Einheit an den Gefechten bei El Quilo und El Roble teil. Als 1814 die Truppen der Unabhängigkeitsbewegung in die Schlacht von Rancagua gegen die Spanier zogen bekleidete Ramón Freire bereits den Rang eines Captain. Als die Schlacht verloren ging, zog er mit vielen anderen über die Anden ins Exil nach Buenos Aires. 1816 kehrte er zurück und schloß sich der neuen Armee unter General José de San Martín an. Die von Freire befehligte Division überquerte im Süden von Chile die Anden und eroberte die Stadt Talca.
1819 wurde er zum militärischen Befehlshaber von Concepción berufen. Sein Verhältnis zum Führer der Unabhängigkeitsbewegung in Chile Bernardo O'Higgins wurde jedoch schnell schwierig. Higgins wollte eine starke Zentralregierung etablieren, während Freire als Liberaler eine dezentrale Staatsform mit weitgehender Unabhängigkeit der Provinzverwaltungen plante. 1822 berief Ramón Freire eine Provinzversammlung ein und erklärte dort seinen Rücktritt. Diesen Schritt begründete er damit, dass die Zentralregierung nicht legitimiert gewesen wäre ihn in dies Am zu berufen. Die Versammlung nahm seinen Rücktritt zwar an und berief ihn aber unmittelbar anschließend aus eigener Machtbefugnis in sein Amt zurück.
Im Januar 1823 mußte schließlich auch Bernardo O'Higgins zurücktreten und an seiner Stelle übernahm eine Junta (der Congreso Plenipotenciario) die Macht. Deren Macht wollte Ramón Freire sich nicht unerordnen und so marschierte er mit seinen Truppen nach Santiago und zwang am 05.04.1823 die Junta zur Abdankung. Er selbst übernahm nun für 4 Monate das Amt des Staatschefs, des Director Supremo. Im September folgte ihm eine weitere Junta im Amt, die sich diesmal aus Repräsentanten der damaligen 3 chilenischen Provinzen zusammensetzte. Doch schon nach 3 Wochen der politischen Querelen setzte sich Ramón Freire diesmal endgültig an die Spitze des Landes.
Der neue Director Supremo schickte zunächst Bernardo O'Higgins ins Exil und begann dann das Staatssystem zu reformieren. Zunächst schaffte er die Sklaverei ab und führte die Pressefreiheit wieder ein. Er reorganisierte das Verteidigungssystem des Hafen von Valparaiso, öffnete die Chilenischen Märkte für den Welthandel und wandelte die kirchlichen und klösterlichen Schulen in freie Bildungseinrichtungen um. Er berief einen neuen verfassunggebenden Kongress ein, der eine neue Verfassung ausarbeitete. Daneben versuchte er mit seiner Armee mehrfach den letzten spanischen Vorposten auf der Insel Chiloé zu erobern, erst 1826 konnte er den Vertrag von Tantauco unterzeichnen, in dem Spanien endgültig auf dies Gebiet verzichtete.
Innenpolitisch bekam Ramón Freire zunehmend Probleme. Die von ihm initiierte Verfassung wurde abgelehnt und sein scharfes Vorgehen gegen die katholische Kirche, die letztlich die Interessen der spanischen Könige vertrat, führte zu Konflikten. Am 09.07.1826 trat er zurück und übergab seine Macht an Admiral Manuel Blanco Encalada, der nun mit dem Titel Präsident der Republik regierte.
Doch schon im Januar 1827 versuchten die liberalen Förderalisten mit Waffengewalt wieder an die Macht zu gelangen. Unter Oberst Enrique Campino kam es zum Aufstand und nach einem schnellen Sieg wurde Ramón Freire am 01.02.1827 erneut Übergangspräsident. Im Mai zog er sich dann jedoch aus der Politik auf sein Landgut zurück und übergab das Amt an seinen Stellvertreter.
1829 kam es dann zum offenen Bürgerkrieg zwischen den liberalen Föderalisten und den konservativen Zentralisten. Die liberale Regierung berief Freire an die Spitze der Truppen, die sich dem Aufstand der konservativen Kräfte widersetzten. Der Krieg gipfelte in der Schlacht von Lircay, in der das liberale Heer unter Freire vernichtend geschlagen wurde. Die Konservativen verbannten ihn ins Exil nach Peru, von wo aus er den Aufstand gegen die neue Regierung fortsetzte. Sein militärischer Vorstoß von 1836 wurde jedoch von einer Armee unter Manuel Bulnes Prieto abgewehrt. Freire gelangte in chilenische Gefangenschaft und wurde erneut zum Exil verurteilt, diesmal schickte man ihn auf die entlegenen Juan-Fernández-Inseln.
Erst 1842 durfte er durch eine Amnestie unter Manuel Bulnes Prieto, der inzwischen Präsident war, zurückkehren. In der Politik spielt er keine Rolle mehr. Er starb am 09.12.1851.


Chile: P-19b, 5 Peso, 1916, Porträt Ramón Freire y Serrano

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