Bank: Canton Municipal Bank

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Canton Municipal Bank

Die Canton Municipal Bank war eine regionale Bank in Guangzhou (Kanton), der Hauptstadt der Provinz Guangdong (Kwangtung).
1926 stand Zentralchina nach dem Nordfeldzug von Chiang Kai-Shek unter Regierung der chinesischen Nationalpartei, allgemein bekannt als Guomindang. Am 01.01.1927 zog die Guomindang Regierung von Guangzhou nach Wuhan.
Im März 1927 schlug der Direktor der örtlichen Finanzverwaltung Liu Weizhi vor, in Guangzhou eine städtische Bank zu gründen. Nachdem die Guomindang-Regierung zusehends stabiler wurde, wollte man mit dieser Bank die Geldströme in der Stadt besser unter Kontrolle haben und ökonomischer abwickeln. Zudem wollte man auch noch Geld für Stadt einnehmen und die Zahlung der Steuern vereinfachen. Aber auch an der Förderung der örtlichen Unternehmer war man interessiert. Die Stadtverwaltung wollte das Grundkapital zusammenbekommen, die Beschäftigten organisieren und natürlich die Geschäftsordnung festlegen. Zu diesem Zweck gründete man ein Komitee dessen Präsident Lu You Gang war. Am 01.10.1927 erfolgte die formelle Gründung der Canton Municipal Bank. Erster Direktor wurde Rao Shiyi und Vicedirektor Huang Dianyuan.
Die Geschichte der Bank lässt sich in drei Perioden einteilen:

  • Oktober 1927 bis Juli 1936 - von der Bankgründung bis zur Übernahme der lokalen Macht durch die zentrale Guomindang Regierung
  • August 1936 bis Oktober 1938 - unter zentralen Guomindang Regierung bis zur Machtübernahme durch die Japaner
  • Oktober 1945 bis Oktober 1949 - wieder unter Guomindang Verwaltung bis zur Machtübernahme durch die Kommunisten

Für den Banknotensammler ist besonders die erste Phase von Interesse, da nur in dieser Zeit durch die Bank eigene Banknoten herausgegeben wurden.
Ab August 1928 verwaltete die Bank dann auch die kompletten Finanzen der Stadt. Sie besaß mehrere Filialen (zuletzt 7) und etliche Geldwechsel-Büros. Ürsprünglich war ein Grundkapital von 1 Million Yuan geplant gewesen, aber zunächst kamen nur 300.000 Yuan zusammen. Erst 1933 erhöhte die Stadt das Grundkapital dann um 700.000 Yuan auf das ursprüngliche Ziel. Nach einer Finanzreform 1935 schoss die Stadtverwaltung nochmals Kapital zu, so daß man nun über 3 Millionen Yuan verfügen konnte.
Schon bald nach der Gründung begann die Bank mit Ausgabe eigenen Papiergeldes. Dafür gab es verschiedene Gründe: Zum einen waren die umlaufenden Münzen von sehr unterschiedlicher Qualität, es gab keinen einheitlichen Standard. Bei den Banknoten hatte die Central Bank of China grosse Mengen Papiergeld produziert und in Umlauf gebracht, die Bevölkerung vertraute dem Wert dieser Banknoten nicht mehr. Zudem kam es nach den politischen ud militärischen Kämpfen der vorhergehenden Jahre, während derer ein finanzielles und wirtschaftliches Durcheinander geherrscht hatte, nun zu einer generellen Krise im Finanzsektor.
Die Banknoten der Canton Municipal Bank konnten jeder Zeit bei der Bank eingelöst werden und waren für alle Arten der privaten und öffentlichen Geldgeschäfte zugelassen.
Als erste Banknoten brachte man Kleingeldscheine über 1 und 5 Hao in Umlauf. Sie trugen das Datum vom 01.12.1928 und wurden bei der Druckerei Shangwu in Shanghai hergestellt. Anfang 1929 wurden dann zunächst die 10 und 50 Yuan Banknoten, später eine 5 Yuan Note ausgegeben. Diese Scheine im Gesamtwert von 600.000 Yuan wurden von der American Banknote Company gedruckt. Die chinesische Seite dieser Banknoten war in vertikalem Format während die englischsprachige Seite mit dem Porträt von Sun Yat-sen im Horizontalformat gedruckt wurde. Diese Scheine tragen die Jaheszahl 1929.
Als Mitte 1929 die Banknoten des Central Bank of China wieder an Stabilität gewannen, sahen die Direktoren der Canton Municipal Bank den weiteren Umlauf der eigenen Scheine nicht mehr als erforderlich an und zogen die auf Yuan lautenden Scheine zwischen Juli und November 1929 ein. Von den Banknoten über 5 Hao hatte man bereits im März 1929 Fälschungen gefunden und diese Schein dann zurückgerufen und nicht weiter ausgegeben. Lediglich die 1 Hao Scheine blieben weiter im Umlauf bis 1931 auch davon erste Fälschungen auftauchten. Unter dem damals amtierenden Direktor Li Taichu wurde eine neue 1 Hao Note ausgegeben, die auf der Vorderseite das 5-Storey-building zeigt.
Kurz darauf gerieten die Banknoten der zentralen Guomindang Regierung erneut unter Druck und verloren an Wert und Vertrauen. Der Bürgermeister von Guangzhou ließ sich in der Folge erneut die Ausgabe von kommunalen Scheinen im Gesamtwert von 1 Million Yuan von der Provinzregierung genehmigen. Die Scheine wurden erneut von der American Banknote Company im selben Design gedruckt und lediglich mit der neuen Jahreszahl 1931 versehen.
Im Januar 1934 wurde dann unter Direktor Chen Zhong Bi die alte 1 Hao Banknote aufgerufen und eine neue Serie von 1 und 2 Hao Banknoten in Umlauf gebracht. Diese Scheine und die folgenden Banknoten über 1, 5, 10 und 50 Yuan, die man herausbrachte als erste Fälschungen auftauchten, wurden in London von Waterlow & Sons hergestellt und tragen als Ausgabedatum den 01.05.1933.
Mit dem Beginn einer militärischen Revolte gegen die Guomindang Regierung (Fujian Incident) Ende 1934, verlor die Bevölkerung das Vertrauen in die lokalen Benknoten. Sowohl die Banknoten der 'Kwangtung Provincial Bank' als auch die Scheine der Canton Municipal Bank wurden in großer Zahl zur Einlösung gebracht. Am 18.11.1933 hatten die Banknoten bereits 20% ihres Wertes eingebüsst. Um die Lage zu stabilisieren verfügte die Stadtverwaltung, dass nur noch die 1 und 5 Yuan Noten für den Umlauf zugelassen wurden. Am 22.11. verfügte man zudem, das Schuldverschreibungen und Steuern je zu Hälfte in Währung der Canton Municipal Bank und zur Hälfte in Scheinen der Provincial Bank of Kwangtung zu zahlen waren. Nachdem Anfang 1935 zahlkreiche Unternhemen konkurs gingen verstärkte sich der Druck auf die Bank weiter. Zur Stabilisierung floss von verschiedenen Seiten neues Kapital in die Bank; 200.000 Yuan kamen von der Provinzverwaltung, 200.000 Yuan gab die Armee und 300.000 Yuan von der Stadtverwaltung. Zudem wird berichtet, dass der lokale warlord Chen Jitang der Bank 1.300.000 Yuan Kredit von ausländischen Kaufleuten beschaffte, zurückzuzahlen innerhalb 6 Monaten mit Zinsen.
Im September 1935 reformierte die Guomindang Regierung das Finanzsystem völlig. Der Silber Standard wurde aufgegeben und eine neue Währung, Legal Tender oder auch Fabi genannt, wurde eingeführt. Nur noch den drei folgenden Banken war die Ausgabe von Banknoten gestattet: The Central Bank of China, The Bank of China und The Bank of Communications.
Cheng Jitang, der als warlord zu dieser Zeit die Macht in Guangdong innehatte, ignorierte diese Anordnung jedoch und erklärte alle Banknoten der lokalen Kwangtung Provincial Bank und der Canton Municipal Bank zur Legal tender (Fabi). Alle öffentlichen Zahlungen hätten mit diesem Geld zu erfolgen.
Bis 22.06.1936 hatte die Canton Municipal Bank Banknoten über 11 Millionen Yuan in Umlauf gebracht, davon waren 2.500.000 Yuan wieder eingezogen und verbrannt worden. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich also 8.500.000 Yuan in Umlauf. Zusätzlich hatte man insgesamt 1.700.000 Yuan in Kleingeldscheinen zu 1 und 2 Hao in Umlauf gebracht, davon waren 540.000 Yuan zurückgeflossen und zerstört worden.
Im Juli 1936 wurde Chen Jitang abgesetzt. Die zentrale Guomindang Regierung setzte nun auch neue Direktoren für die Bank ein. Die Banknoten der Canton Municipal Bank wurden zur Einlösung bei der Central Bank of China aufgerufen und eingezogen. Damit endetet die Geschichte der eigenen Banknoten dieser Bank.



Informationen wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Hr. Erwin Beyer

Test: 银州市市立銀行