Papua-Neuguinea: Motive auf den Rückseiten

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2 Kina

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1 Muster, von einheimischen Künstlern nach dem Gefieder eines Vogels gestaltet.

2 Ein Tongefäß aus der Provinz Sepik (im Nordwesten des Landes).
Tonschalen werden in allen Lebenslagen und von allen Völkern benutzt und gefertigt. Diese Claycookingpots dienen zur Zubereitung von Nahrung und haben eine besonders typische Form.

3 Steinaxt aus der Region um die Stadt Mount Hagen.
Die sogenannte Dechsel wurde früher unter anderem zum Schiffsbau gebraucht um einen Baumstamm auszuschälen. In der heutigen Zeit wird das Krummbeil mit reichlichem zeremoniellem Aussehen als Hochzeitsgeschenk verwendet.

4 Ein Kula-Armband aus der Provinz Milne Bay.
Das Kula-Ritual ist ein klassisches Beispiel für den symbolischen Tausch. Dabei verkörpert sich der starke Hang des Menschen, etwas zur Schau zu stellen, zu teilen, zu geben und zu nehmen, und durch den Austausch von Gaben soziale Beziehungen zu schaffen. Der Wert der ausgetauschten Gegenstände ist dabei sekundär.
Der Begriff Kula stammt von einer kleinen Inselgruppe im Osten Papua-Neuguineas und bezeichnet ein rituelles Tauschsystem des Trobriand-Archipels, bei dem nach einem vorgegebenen Muster Armbänder gegen Halsketten getauscht werden. Diese zwei Gegenstände – von hohem Wert, aber ohne Nutzen - zirkulieren in einem riesigen Gebiet: die Halsketten im Uhrzeiger-, die Armbänder im Gegenuhrzeigersinn.
Jeder kann mit jedem tauschen, ein geringer Mann mit dem Häuptling. Um den Wert der Gegenstände wird nie gefeilscht, er darf nie angezweifelt werden. Theoretisch kann so der Kula-Partner ein wertloses Armband gegen eine wertvolle Kette geben, ohne dass der Tausch je rückgängig gemacht werden darf. Täuschung – das Wort ist übrigens mit tauschen verwandt – kommt dabei relativ selten vor, weil sich der Täuschende in Gefahr begibt, vom Geist der Sache bestraft zu werden.
Beim Kula-Ritual werden nämlich nicht nur zwei Sachen getauscht: Neben dem eigentlichen Kula-Gegenstand wird auch die Seele des Gebenden getauscht - mit einem besonders wertvollen Gegenstand veräußert der Kula-Partner auch ein Stück seiner selbst. Es ist dies ein Beweis des Vertrauens, des Sich-Auslieferns. Erstattet nun der andere Kula-Partner ein wertloses Kula, so bricht er das Vertrauen, zeigt sich dessen unwürdig. Der Geist, der in der wertvollen Gabe steckt, wird sich gegen ihn wenden, ihn mit Krankheit und Tod bestrafen. Darüber hinaus verliert er sein Gesicht.
In das Kula-Ritual sind eine Vielzahl verschiedener Stämme involviert. So kommt es zu fortwährenden Begegnungen zwischen den Bewohnern auch weit entfernter Gebiete. Beim festlichen Tausch werden aber auch Nachrichten und Kenntnisse weitergegeben, politische Beschlüsse gefasst und Waren ausgetauscht. Das Kula dient so dem Herstellen menschlicher Beziehungen. Seine Funktion ist politische Integration. Es dient als Medium, um den potenziell ständigen Kriegszustand in der Gesellschaft der Kopfjäger in einen relativen Frieden zu verwandeln. So übernehmen Tauschformen wie das Kula eine wichtige Mittlerfunktion - und schaffen lebenslange Freundschaftsbeziehungen, denn es gilt: Einmal Kula, immer Kula.

5 Birok-Kette aus dem Süden Neuirlands (Bismarck-Archipel).
Das von den Einheimischen Birok genannte Zahlungsmittel wird aufgrund seiner Verwendung für den Kauf von Schweinen hierzulande in Sammlerkreisen als Schweinegeld bezeichnet. Die Geldstränge können eine außerordentliche Länge von bis zu 60 m erreichen, wobei etwa 20.000 Muschel- und Schneckenscheibchen aneinander gereiht sind. Ihre Länge macht die Stücke zu einer der interessantesten Formen des Naturalgeldes.
Ein Birok beginnt mit einem etwa 2 m langen Abschnitt, der in unregelmäßiger Reihenfolge dunkle Muschelscheiben und weiße Schneckenscheibchen sowie Samen und Glasperlen enthält. Es folgt ein quadratisches Rattanggeflecht mit Glasperlen und Hundezähnen als Anhänger. Den Mittelteil bildet ein ca. 6 m langer Doppelstrang aus Kegelschneckenscheibchen und ein kurzer Strang Scheibchen mit eingeflochtenen Hunde-Eckzähnen. Das Ende besteht aus mehreren Strängen (bis zu 12 Stück), wobei jeder einzelne bis zu 8 m lang werden kann und mit einem Schweineschwänzchen am Ende gekennzeichnet ist.
Um das Großgeld zum Ort eines beabsichtigten Handels zu transportieren, wurde der Birok'# gewöhnlich auf ein Rundholz aufgerollt. Zur Abwicklung des Geschäfts musste der Käufer die Kette im wörtlichen Sinn vom Rundholz abwickeln. Er schnitt das dem ausgehandelten Preis entsprechende Teilstück einfach ab und übergab es dem Käufer, der damit seine Birok verlängern konnte.

Die Hintergrundmuster stammen unter anderem von:

  • einem Tapa-Gewebe aus der Nordprovinz
  • Gürtelbändern aus der Golfprovinz (im Süden des Landes)
  • einem Kanu von den Trobriand-Inseln
  • einem Schild aus der Region Sepik (im Nordwesten des Landes)
  • einem Kanu aus der Provinz West-Sepik
  • einem Schild aus der Provinz Madang (im Norden des Landes)
  • Keulen aus dem Golf von Huon in der Provinz Morobe

5 Kina

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Die Abbildungen auf der Rückseite der 5 Kina-Note stellen vier Gegenstände dar, die in Papua-Neuguinea traditionell als Währung verwendet wurden:

1 Ein Armreif aus der Huon-Golf-Region, gefertigt aus einem Schildkrötenpanzer.

2 Eine Hombuli-Maske, die in der Region Sepik (im Nordwesten des Landes) als Brautgabe verwendet wird.

3 Eine Halskette aus Kina-Muscheln, die mit Pflanzenfasern gefertigt wurde, die in der Provinz Neu-Irland vorkommen.

4 (eine eindeutige Bestimmung war bisher noch nicht möglich)

5 (eine eindeutige Bestimmung war bisher noch nicht möglich)

Das Hintergrundmuster setzt sich zusammen aus:

  • einem Ausschnitt aus dem Design des Parlamentsgebäudes
  • einem Tapa-Gewebe aus der Nordprovinz
  • einem Schild aus der Provinz Milne Bay (im Südosten des Landes)

Das Muster um die Wertziffer herum wurde nach einem Maskendesign sowie einer Illustration eines Vogels gestaltet.


10 Kina

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1 Tami-Schale zur Aufnahme von Nahrung.

2 Ein Paradiesvogel-Gefieder.

3 Tambu-Muschelgeld von der Insel Neubritannien.

4 Eckzähne des einheimischen Wildschweines mit Naturverzierung aus dem Hochland, die als Schmuck getragen werden.

Die Hintergrundmuster stammen unter anderem von:

  • dem Design des Parlamentsgebäudes
  • einem zeremoniellen Tanz-Paddel aus der Golfprovinz (im Süden des Landes)
  • einem Tontopf aus der Region Sepik (im Nordwesten des Landes)
  • einem Gürtel aus der Golfprovinz
  • einem Hochzeitsbettpfosten aus der Provinz Manus (nordwestlichste Inselregion)

20 Kina

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1 Das Ornament um die Wertziffer herum stellt eine symbolische Brücke nach dem Entwurf des einheimischen Künstlers Willie Stevens dar.

2 Ein Kette aus Kaurimuscheln, wie sie in der Provinz Madang im Norden des Landes zu finden ist.
Kaurimuscheln (Cypraeidae) sind tropische Meeresschnecken, von denen etwa 200 Arten bekannt sind. Einige Arten, wie z.B. Cypraea moneta, galten in der Vergangenheit in Afrika und anderen tropischen Landteilen als ein Zahlungmittel, z.B. im Sklavenhandel. Auch im Zusammenhang mit Voodoo spielen die Muscheln eine Rolle als Kultgegenstand.

3 Ein Toea-Armreif aus der Central-Provinz (die trotz dieser Bezeichnung ziemlich im Südosten des Landes liegt).
Diese Armreifen werden neben verschiedenen anderen wertvollen Gegenständen für das weiter oben bereits beschriebene Kula-Ritual verwendet.

4 Papuaschwein, auch Neuguineaschwein genannt.
Das asiatische Bindenschwein ist der Stammvater aller Schweinerassen im ostasiatischen Raum die in zahlreichen lokalen Formen auf den Inseln vertreten sind, wo sie auch sie vielfach mit europäischen Hausschweinen gekreuzt wurden. Zu diesen Unterarten gehört das Papuaschwein Neuguineas, welches eines der wichtigsten Haustiere der einheimischen Bevölkerung ist.

5 Kette mit Kaurimuscheln als Zeichen von Reichtum.

6 Muschelschmuck, wie er charakteristisch für die West-Provinz ist.

Die Hintergrundmuster hier stammen unter anderem von:

  • einer Axt aus der Mount Hagen-Region und einem Schild aus dem Hochland
  • einem Tapa-Gewebe aus der Nord-Provinz
  • einem Kap Kap (eine Art Amulett) aus der Manus-Region
  • einem Schild aus der Golfprovinz

50 Kina

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1 Latent image (Sicherheitselement) mit Angabe der Wertziffer.

2 Holzpfosten von Korowori

3 Malagan-Helmmaske (tatanua) aus der Provinz Neuirland.
Die Masken mit dem auffallenden Haarschmuck wurden üblicherweise von den jungen Männern getragen. Die Masken sind auf beiden Seiten unterschiedlich gestaltet, so dass sich ein völlig anderes Bild ergibt, wenn sich die ganze Reihe der Tänzer auf die andere Seite wendet.

4 Kostüm der Duk-Duk-Geheimbündler.
Der Duk-Duk-Kult hat seinen Ursprung in Neubritannien und Neupommern, den beiden größten Inseln des Bismarck-Archipels. Der Geheimbund verfolgt religiöse, politische und auch gesellschaftliche Ziele. Er verkörpert ein archaisches Law-and-Order-System in Form seines wichtigsten Geistes Duk-Duk, einer mysteriösen Gestalt, die bis zur Hüfte in Blätter gehüllt ist und einen geflochtenen Helm trägt, der einem gigantischen Kerzenlöscher gleicht. Frauen und Kinder durften diese Gestalt nicht ansehen.
Der Duk-Duk-Geheimbund verwendet männliche (duk duk) und weibliche (tubuan) Masken. Beide Typen sind kegelförmig und werden aus Holz und Fasern geformt. Traditionell war der duk duk größer als der tubuan und war gesichtslos. Der tubuan hatte kreisförmige Augen und einen halbmondförmigen Mund auf einem dunklen Hintergrund. Beide Masken hatten kurze, buschige Umhänge aus Blättern. Nur Männer konnten Duk-Duk angehören, wobei die Aufnahmegebühren unterschiedlich waren. Der Geheimbund hat seine heimlichen Zeichen, Rituale und Feste.
Duk-Duk erschien ursprünglich nur bei Vollmond. Heute wird der Geheimbund sehr diskreditiert und die Duk-Duk-Tänze werden jetzt vorwiegend als Touristenattraktionen vorgeführt.

5 Aus einheimischem Holz werden diese Masken für spirituelle Tänze gefertigt und nach dem Tanz verbrannt.

6 (eine eindeutige Bestimmung war bisher noch nicht möglich)

7 (eine eindeutige Bestimmung war bisher noch nicht möglich)

8 Vungvung-Maske für den Feuertanz vom Volk der Bainings aus dem Osten Neubritanniens.
Diese Masken werden zu Bestattungen und Feuertänzen benutzt und nach der Zeremonie eigentlich vernichtet um böse Geister nicht aufzuwecken. Eine solche Maske besteht aus einem Bambusgerüst und ist mit Rindenbast überzogen. Zur Bemalung wird Ruß und gekaute Wurzeln verwendet. Die Haare bestehen aus Rindenfasern.

9 Michael Thomas Somare (* 09.04.1936), Premierminister von Papua-Neuguinea (1975 - 1980, 1982 - 1985 und seit 2002).


100 Kina

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Während auf den niedrigeren Nominalen vorwiegend Artefakte mit Bezug zu der herkömmlichen Lebensweise und den alten Sitten und Gebräuchen Papua-Neuguineas abgebildet sind, so stellt die Bank of Papua New Guinea auf dem Ende des Jahres 2005 erstmals ausgegebenen Schein zu 100 Kina Symbole für den wirtschaftlichen Fortschritt und den (erhofften) Übergang des Landes von der traditionellen Landwirtschaft zur modernen Industrieproduktion dar.
Daneben wird auch die zunehmende Bedeutung von Kommunikation und Tourismus symbolisiert.

1 Kaffeebohnen
2 Kakaobohnen
3 Kokospalme
4 Dorianfrüchte
5 Fische
6 (eine eindeutige Bestimmung war bisher noch nicht möglich)
7 Öltanker
8 Robotertechnik
9 Airbus "A310"
10 Deutscher Muldenkipper vom Typ "FAUN" (Fahrzeugfabriken Ansbach und Nürnberg)
11 Antennenstation