Papiergeldgeschichte Eritrea

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Die Banknoten Eritreas

Kleines Land, große Visionen


Die Italiener dürften mit ihrer Verwaltung auch die Banknoten Italiens nach Eritrea gebracht haben. Bis dahin kannte man in der Region keine Banknoten. Der Blick auf den Nachbarn Äthiopien und die von der Bevölkerung verschmähten Noten der Bank of Abysinia lassen vermuten, dass Banknoten außerhalb der Verwaltung und der italienischen Bevölkerung keine große Rolle gespielt haben.
Die Gründe für diese Ablehnung sind einfach: Feuer, Käfer, Ratten und Ziegen sind eine latente Gefahr für versteckte Banknoten. Silbermünzen überstehen solche Attacken mehr oder weniger unverändert.
In Italien waren zu dieser Zeit Kassenscheine (Buoni di Cassa) im Umlauf. Später wurden sie durch Staatsnoten (Biglietti di Stato) ersetzt. Daneben liefen die Banknoten der Banca d'Italia über 50, 100, 500 und 1000 Lire um.
Ab 1938 wurde eine eigene Ausgabe für Italienisch-Ostafrika geschaffen. Diese ähneln den Ausgaben für das Mutterland, einzig der Überdruck Serie Speziale Africa Orientale Italiana É Vietata La Circulazione Fuori Dei Territori Dell’Africa Orientale Italiana verrät den Ausgabeort.
Das britische East Africa Command, das maßgeblich an der Befreiung Eritreas beteiligt war, hat ab 1941 eigens gedruckte Noten benutzt. Ob diese Noten im Umlauf waren oder als Lagergeld für die Kriegsgefangenen dienten, ist derzeit noch Gegenstand von Untersuchungen.
Nach der Zwangseingliederung an Äthiopien zirkulierten die Banknoten Äthiopiens in Eritrea.
Erst mit der Unabhängigkeit 1993 ging man daran, eigene Banknoten zu gestalten und auszugeben. Benannt wurde das neue Geld nach einem Schlachtfeld des Unabhängigkeitskrieges: Nakfa.
Eritrea kennt durch seine wechselvolle Geschichte zahlreiche Bezeichnungen für Geld: Kirshi (Verballhornung der jemenitschen "Quirsh"[Münzeeinheit]), Riyal (saudische Münzen), Soldi (italienische Münze des Mittelalters mit weiter Verbreitung), Lira (aus der italienischen Periode), Thaler (aus den Zeiten des Arabersturms, als man Maria-Theresia-Thaler einführte) oder Ghenzah (tigräisch für Wohlstand).
Anfangs war der Birr Äthiopiens auch nach der Unabhängigkeit in Eritrea im Umlauf. Die Monetärpolitik wurde jedoch einzig durch Äthiopien gesteuert. Eine eigene Währung war unvermeidlich. 1994 trat die Central Bank of Eritrea an das Bureau of Engraving and Printing des US-Schatzamtes heran und bat um Unterstützung für den Entwurf der Banknoten und Münzen des jungen Staates.
Clarence Holbert, ein afro-amerikanischer Designer des Bureau, wurde beauftragt die Entwürfe auszuarbeiten. Von Seiten des Präsidenten Eritreas, Isaias Afwerki, war die Auflage gemacht worden, keine Vertreter der Regierung oder deren Angehörigen abzubilden. Das Geld des Volkes sollte das Gesicht des Volkes zeigen. Eine bemerkenswerte Entscheidung.
Daneben war der Ukas erlassen worden, dass alle Noten die gleiche Größe (wie bei den US-Dollar) aufzuweisen haben. Die Farbgebung bei allen Noten wurde auf gelb, braun und grün festgelegt. Alle zeigen daneben eine kleine Szene mit dem Aufziehen der Staatsfahne nach dem Erlangen der Unabhängigkeit.
Am 08.11.1997 wurden die Banknoten, die in Deutschland bei Giesecke & Devrient gedruckt worden waren, in den Umlauf gesetzt. Man hatte sich für Werte zu 1, 5, 10, 20, 50 und 100 Nakfa entschieden. Auf der Vorderseite der Serie sind Angehörige der verschiedenen Stämme zu finden, die Rückseite zeigt Besonderheiten oder Errungenschaften des Landes.

Quellen:

  • Sebastian Strobl
  • George S. Cuhaj, Standard Catalogue of World Paper Money, Modern Issues 1961-Date Volume Three, 10th Edition, Krause Publications, Iola, USA 2004
  • MRI Banker’s Guide to Foreign Currency, MRI, Houston, USA 2005
  • Gigante, Fabio (Hg.) (2005). Cartamoneta Italiana 2005. Varese: Gigante edizioni numismatiche
  • The War Office. Operations of East African Command, 12th July, 1941 to 8th January, 1943, London Gazette (17.06.1946)
  • Sutton, Jacky. Eritrean Currency through the ages, in: Eritrea Horizons. The magazine of Eritrea's tourist industry Vol 2 No 1.
  • Corey, Charels W. Designing Eritrea's money was 'dream come true'. Washington File (14.02.2003)