Malta: Banca Giuratale in Mdina

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Banca Giuratale (Banka Ġuratali) in Mdina

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Eingangsportal
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Bevor die Johanniterritter in Malta an die Macht kamen, gehörten die Inseln zum Königreich Sizilien, das ab 1268 unter spanischer Kontrolle war. 1282 wurde Malta dann an Adlige aus Sizilien verpachtet. Um die Verwaltung der Inseln zu verbessern, wurde 1397 die Universitá von Mdina (sprich Imdina) gegründet, ein Selbstverwaltungsgremium der maltesischen Noblen, das für Rechtsprechung und Verteidigung zuständig war. Sitz dieses Gremiums war die Banca Giuratale (maltesisch Banka Ġuratali) in Mdina, der alten Hauptstadt der Inseln. Als die Johanniterritter (die späteren Malteserritter) 1530 Malta von Kaiser Karl V. als Lehen zugesprochen bekamen, mussten sie sich verpflichten, die lokale Selbstverwaltung und die Rechte der Universitá nicht anzutasten. Erst als die Briten 1800 die Inseln übernahmen, wurde die Universitá aufgelöst.
1693 wurde Mdina von einem Erdbeben heimgesucht und zahlreiche Gebäude wurden stark beschädigt. Der gezielte Wiederaufbau begann jedoch erst unter dem Großmeister Manoel de Vilhena ab 1723. De Vilhena ließ den ursprünglichen Sitz der Universitá, einen dreiflügeligen Palast gleich hinter dem Haupttor der Stadt, in eine Sommerresidenz für sich umbauen. Der heute in der Altstadt von Mdina zu sehende Bau entstand um 1730. Die neue Banca Giuratale am Pjazza San Pawl wurde in dem für Malta typischen Barockstil errichtet, besonders markant sind die Verzierungen über dem Torbogen und die Blumenornamente. Das Gebäude beherbergt heute einen Teil des Nationalarchivs von Malta. Alle Gerichtsakten von 1530 bis 1899 sind dort eingelagert.
Eine weitere Banca Giuratale gibt es in Rabat (Victoria), der größten Stadt der Nachbarinsel Gozo.


Malta: P-45c, 2 Liri, L.1967/1994, Rückseite, rechts Banca Giuratale in Mdina

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