Faisal

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Biografie von Faisal Bin Abdul Aziz Bin Abdul Rahman Al-Saud

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Faisal wurde am 17. Mai 1906 in Riyadh geboren, als 4. Sohn seines Vaters, dem saudiarabischen Staatsgründer König Abdul Aziz Bin Abdul Rahman Al-Saud, in der Geburtsfolge. Faisal war der erste Sohn seines Vaters der im wiedereroberten Riyadh geboren wurde. Während seiner Jugendzeit mußte Faisal bei den Beduinen des Landes leben. Dies verlangte sein Vater König Abdul Aziz von jedem seiner Söhne, um die einfache Lebensweise der Beduinen, deren Kultur, deren Geschichte und deren Mentalität zu verstehen und danach zu leben. Weiterhin lehrte König Abdul Aziz seine Söhne, darunter auch Faisal, zwei Stunden vor Morgengrauen aufzustehen, Barfuß zu gehen und ohne Sattel ein Pferd und ein Kamel zu reiten.
Faisal lernte schon früh, das Geschick der Diplomatie und der Führung und nahm an den zahlreichen Audienzen seines Vaters teil. Dabei lernte er das einfache diplomatische Handhaben, ohne jegliche Bürokratie, zwischen König und Bürgern. Ende 1918/ Anfang 1919 begab sich Faisal für mehrere Wochen nach Großbritannien und Frankreich, wo er u.a. an der Friedenskonferenz von Versailles teilnahm. 1926 wurde er von seinem Vater, König Abdul Aziz, zum Vizekönig des Hedschas ernannt und 1930 zum Außenminister. Im Oktober 1943 reiste Prinz Faisal mit seinem Bruder Prinz Khalid und 3 weiteren Halbbrüdern nach Washington zu einem Treffen mit Präsident Roosevelt. Mit diesem Besuch wurde die starke Bindung zwischen Saudi-Arabien und der USA geschlossen. Am 26. Juni 1945 nahm Prinz Faisal zusammen mit seinem Halbbruder Prinz Mohammed an der Gründung der UNO in San Francisco teil, wo er als Außenminister seines Landes die UN-Gründungscharter unterzeichnete. Im Oktober 1953 setzte König Abdul Aziz (aufgrund seines sehr schlechten Gesundheitszustandes) einen Ministerrat ein. Zu dessen Vorsitzenden (Premierminister) bestimmte der König seinen ältesten Sohn, den Kronprinzen Saud. Zum Stellvertretenden Premierminister ernannte Abdul Aziz seinen zweitältesten Sohn Prinz Faisal. Am 9.November starb König Abdul Aziz und Kronprinz Saud wurde zum König ernannt, Faisal selbst wurde nun zum Kronprinzen ernannt. Die Übernahme der Königswürde durch Saud fand innerhalb seiner Familie wenig Anerkennung, weil nicht Saud am Totenbett seines Vaters geweilt hatte, sondern sein Halbbruder Prinz Faisal. Die Mitglieder der Königsfamilie meinten, daß Prinz Faisal somit am meisten gesegnet sei. Die Würde über das Land zu herrschen und der Geist des alten verstorbenen Königs sei, nach alten arabischen Glauben, vom Vater auf den Sohn übergegangen. Doch Prinz Faisal hielt sich an sein Versprechen, das er seinem Vater gegeben hatte, seinen älteren Bruder zu respektieren und ihm treu zu dienen, denn auch eine alte arabische Tradition sieht vor, das ältere Personen respektiert und geachtet werden müssen. Zwischen 1958 und 1964 kam es immer wieder zu starken Spannungen zwischen König Saud und Kronprinz Faisal. Die Hauptursache lag in dem verschwenderischen Lebensstil König Sauds. Am 2.November 1964 wurde König Saud, unter dem Druck der königlichen Familie, zum Rücktritt gezwungen.
Nach der Machtübernahme am 3. November 1964 zögerte König Faisal nicht lange, um in Riyadh seine Art der Ordnung zu schaffen. König Faisal leitete nach seiner „Säuberung von kommunistischen Umtrieben und kriminellen Elementen“ umfangreiche soziale und wirtschaftliche Reformen ein. Am 17. Juli 1965 eröffnete König Faisal trotz gewalttätiger Proteste in der Hauptstadt Riyadh den ersten TV-Sender des Landes. Ende des Jahres 1969 kam es zu vermehrten Umsturzversuchen, u.a. in der Stadt Dhahran. Es folgte eine anschließende Säuberungsaktion gegen oppositionelle Personen. Uhrheber der Aufstände war die saudiarabische Luftwaffe. König Faisal änderte daraufhin die Modalitäten bei der Auswahl von Luftwaffenoffizieren grundlegend, inzwischen müssen sie entweder Angehörige der Königsfamilie sein oder mit dieser in irgendeiner Weise verwandt sein. Am 20.Oktober 1973 kündigte König Faisal, der erzürnt über die militärische Unterstützung Israels durch die westlichen Staaten war, den heiligen Krieg und ein absolutes Ölembargo gegen die Industriestaaten an. Gleichzeitig war König Faisal von dem Verhalten des amerikanischen Präsidenten tief verletzt. Die Einnahmen aus dem Ölgeschäft beliefen sich 1973 auf etwa 4,35 Mrd. Dollar. Der Ölpreis hatte sich innerhalb eines Jahres von 1,86 Dollar pro Barrel auf über 11 Dollar pro Barrel aufgrund des Ölembargos vervielfacht. Am 19. März 1974 ließ König Faisal das Ölembargo aufheben und die Beziehungen zu den westlichen Staaten insbesondere zu den USA verbesserten sich schlagartig wieder.
König Faisal sprach neben Arabisch, auch Türkisch, Französisch und Englisch. Bei offiziellen Anlässen bestand er aber darauf Arabisch zu sprechen und nahm sich einen Dolmetscher. König Faisal aber korrigierte seinen Dolmetscher, wenn dieser die Sätze nicht richtig übersetzte. König Faisals Privatvermögen wurde auf mehrere Mrd. Dollar geschätzt, aber er stellte es nicht wie sein älterer Halbbruder König Saud in aller Öffentlichkeit zur Schau und trotzdem gehörte er zu den reichsten Menschen der Welt.
Am 25.März 1975 wurde König Faisal, beim Empfang des kuwaitischen Ölministers, von Prinz Faisal Bin Musaid Bin Abdul Aziz erschossen. Als Mitglied der Königsfamilie Al-Saud konnte der Prinz ohne Probleme am Empfang teilnehmen. Prinz Faisal Bin Musaid wollte seinen älteren Bruder rächen, der im Jahr 1965 in Riyadh erschossen wurde. Er hatte an einer Demonstration gegen die Errichtung eines Fernsehsenders teilgenommen, dessen Inbetriebnahme König Faisal kurze Zeit zuvor genehmigt hatte.


Saudi-Arabien, P-18, 10 Riyals

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Mit freundlicher Genehmigung von Sven Hoegermann