Buch: Geldmacher - Das geheimste Gewerbe der Welt

Aus Moneypedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Geldmacher - Das geheimste Gewerbe der Welt

Geldmacher - Das geheimste Gewerbe der Welt

Fachbuch


Produktinformation

Autor: Klaus W. Bender
Seiten: 305
Format: 220 x 150 mm
Pappeinband (Hardcover) mit Schutzumschlag
Fadenheftung
Verlag: Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim
Auflage: 2004
Sprache: Deutsch

online bestellen:
ISBN 3-527-50113-4

Buchinformation

Klappentext:

Alles am Banknotendruck ist streng geheim. Maschinen und Materialien sind geheim, die Mitarbeiter sind zum Schweigen verpflichtet. Das hat mit den Anforderungen der Produkte zu tun: Geldscheine, Pässe, Wertpapiere. Aber die Geheimiskrämerei hat einen zweiten Grund: Man möchte sich in dieser Branche nicht in die Karten schauen lassen. Der Autor hat aber genau das getan.Die Herstellung des Sicherheitspapiers und der Banknotendruck bilden den Kern dieser Hochsicherheitsbranche. Unter den Begriff "Sicherheitsdruck" fällt noch sehr viel mehr: Schecks, Wertpapiere, Pässe, Personalausweise, Lotterielose, Eintrittskarten für Großveranstaltungen, Flugtickets - und seit einigen Jahren sogar die mit Magnetstreifen oder Chip ausgerüsteten Plastikkarten für Zugangskontrollen sowie die Karten der Krankenversicherungen.

Rezension - Süddeutsche Zeitung vom 24.08.2004 von CARLOS WIDMANN:

Wer Geld herstellt, verdient auch gut daran – und im Zweifel am meisten, wenn er die Scheine fälscht.
Als Chef der Notenbank unterzeichnete Ernesto Guevara Kubas neue Peso-Scheine mit seinem Spitznamen. „Der Präsident der Nationalbank: Ché.“ Dahinter steckte die Nonchalance, mit der Castros Getreue sich vom Kommunismus östlicher Prägung abheben wollten. Doch Guevara hatte mehr im Sinn: Er wollte die Banknoten profanisieren, sie als Relikt einer kapitalistischen Vergangenheit abwerten. Ziel des Bankiers Ché war die Abschaffung des Geldes. Das hatte er mit Lenin gemein. Auch der hielt die Beseitigung des Zasters für eine Priorität. Nach dem Oktoberputsch der Bolschewiki wurde die Maßnahme allerdings „verschoben“ – bis zu dem Tag, an dem die Sowjetbürger so reichlich mit allem versorgt sein würden, dass sie kein Geld mehr brauchten. Die Roten Khmer in Kambodscha nahmen diesen Idealzustand 1975 einfach vorweg, als sie nach ihrem Sieg die Tresore der Zentralbank sprengten und bunte Geldscheine in die Straßen flattern ließen, in denen das Blut floss. Immerhin ist auf Kuba der Traum des Ché nach 45 Jahren fast verwirklicht. Zwar wurde der Peso nicht abgeschafft, doch gibt es für ihn nichts mehr zu kaufen. Die Regierungsläden bevorzugen – armer Ché – die Feindwährung US-Dollar. Im Land der Khmer andererseits war die Vernichtung des Bargelds eher ein Nebenaspekt: ein Fünftel der Bevölkerung bekam keine Gelegenheit, zu darben, weil es von den Steinzeit-Kommunisten erschlagen wurde. Erst nach Jahren erkannten die Khmer Rouge, dass sich ohne Geld kaum wirtschaften lässt; sie wollten Banknoten ordern, als ihr Regime von den Panzern der Vietnamesen verjagt wurde. Klaus Benders faszinierende Detektivarbeit über die „Geldmacher“ – den kleinen, geheimen Klub der Privatdrucker von Banknoten – wäre unvollständig ohne die Aspekte Geld-Abschaffung und Geld-Fälschung. Schließlich war die Einführung des Euro mit der größten Banknoten-Vernichtung der Geschichte verbunden: 13 Milliarden Scheine, vom Shredder zerfetzt. Für private Hochsicherheitsdrucker wie Giesecke & Devrient (München) oder Oberthur (Paris) wurde der Euro das Geschäft des Jahrhunderts; sie durften davon fast so viele herstellen wie die weniger effizienten Staatsdruckereien Westeuropas. Es sind die Pannen und Pleiten bei der Geburt des Euro, die Benders Recherche beunruhigend machen. Die Gemeinschaftswährung, die den Deutschen die geliebte D-Mark nahm, brauchte dringend Attraktivität und Fälschungssicherheit. Der Euro ist ja keine Staatsknete, hinter der die Geldhoheit einer souveränen Nation steht: Für das Buntpapier bürgen abstrakte, eher unbeliebte Institutionen. Umso mehr hätte dieses Geld den höchsten ästhetischen und sicherheitstechnischen Ansprüchen genügen müssen. „Die historische Chance aber wurde vertan“, schreibt Bender.