Brasilien: Palácio Monroe in Rio de Janeiro

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Palácio Monroe in Rio de Janeiro


Wiederaufbau um 1906
Postkarte um 1920
1974 neben der U-Bahn
Ruine 1976


Der Palácio Monroe war ein bekanntes Gebäude in Rio de Janeiro in Brasilien. Der Palacio lag an der alten Prachtstrasse Cinelândia im Zentrum der Metropole, wo mit Beginn des 20. Jahrhunderts zahlreiche repräsentative Bauten entstanden.
Das Gebäude war ursprünglich der Pavillon von Brasilien auf der Louisiana Purchase Exposition (auch als The Saint Louis World's Fair bekannt); einer Weltausstellung, die vom 30. April bis 1. Dezember 1904 in St. Louis im amerikanischen Bundesstaat Missouri stattfand. Der Entwurf des brasilianischen Architekten und Militäringenieurs Oberst Francisco Marcelino de Sousa Aguiar basierte von vorn herein auf einer zerlegbaren Metallkonstruktion, die nach dem Ende der Ausstellung in die Hauptstadt zurückkehren sollte. Der Pavillon fand auf der Ausstellung viel Anklang, wurde von der amerikanischen Presse als Meilenstein der brasilianischen Architektur hochgelobt und gewann schließlich die Goldmedaille der Ausstellung in der Kategorie Architektur.
Mit Ende der Ausstellung zerlegte man das Gebäude und es wurde zurück nach Brasilien verschifft. Bis 1906 war der Wiederaufbau realisiert und im Prachtbau fand im selben Jahr die 3. Pan-Amerika-Konferenz statt. Für diese Konferenz erhielt der Bau auch seinen Namen Palácio Monroe: benannt nach dem amerikanischen Präsidenten und Begründer des Panamerikanismus James Monroe.
Bis 1914 nutzte man den Palast dann weiter als Ausstellungshalle. Von 1914 bis 1922 diente der Palácio Monroe als provisorischer Sitz des Repräsentantenhauses, während dessen endgültiger Sitz, der Palácio Tiradentes, errichtet wurde. Im Anschluß bekam der Bundessenat von Brasilien im Palácio Monroe seinen Hauptsitz.
Während der Diktatur zwischen 1937 und 1945 war der Senat geschlossen und das Gebäude stand leer; erst 1945/46 fand es wieder Verwendung und diente nun als Sitz des Obersten Wahlgerichts. Nach einigen Umbauten in den 50ger Jahren wurde das Gebäude dann ab etwa 1960 Senatskanzlei. Die Militärregierung brachte dann dort schließlich den Hauptsitz des Generalstabs der bewaffneten Kräfte unter. 1974 entging der Palacio nur knapp einem ersten Abrissplan; nach Bürgerprotesten wollte man sogar den Verlauf der neuen U-Bahn ändern, so daß die Fundamente keine Schaden nehmen konnten. 1976 verfügte Präsident Ernesto Geisel dann endgültig den Abriß des Palácio Monroe, da das Gebäude angeblich des Anblick des Mahnmals für die Gefallenen des II.Weltkriegs störte.


Brasilien: P-81c, 200 Mil Reis, 1925, Rückseite

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