Bank: Sin Chun Bank

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Sin Chun Bank, Shanghai

Die Sin Chun Bank (華商上海信成銀行, Shanghaier Dialekt; hochchinesisch Xincheng-Bank) in Shanghai war die erste private Spar- und Handelsbank in China überhaupt. Die Grundlagen für die Eröffnung einer solchen Bank gingen auf eine Initiative von Prinz Zai Zhen (載振,1876-1947) zurück, einem Verwandten der kaiserlichen Familie der bis 1911 die Qingregierung nach Kräften unterstützte. Die Gründung der Bank am 28.4.1906 war ein Zeichen dafür, dass eine neue chinesische Bourgeoisie das Bankwesen in Shanghai beeinflussen wollte. Die Bank wurde mit einem Startkapital von 500.000 Yuan in Silber gegründet. Es wurde zu 100% von Privatleuten aufgebracht, die dafür beschränkte Aktionärsrechte erhielten.
Der Gründer der Bank wurde unter dem Namen Zhou Shunching geboren, benutzte aber auch den Namen Zhou Tingbi (周廷弼). Er lebte von 1852 bis 1923. 1878 hatte er schon die Shanghai Shenchang Iron Foundry gegründet, 1897 eine Seidenfabrik in Suzhou, im selben Jahr die Sulun Cotton Mill und 1904 die Yuchang Silk Company. Um Kapital für weitere Unternehmungen zu finden wollte er ursprünglich eine reine Sparbank gründen. Unter dem Eindruck einer Geschäftsreise nach Japan im Jahre 1905 veränderte er aber seine Pläne insofern, dass er nun eine Spar- und Handelsbank gründen wollte, weil er sich dadurch Zugang zu noch mehr Kapital erwartete.
Die Hauptstelle hatte die Adresse Wanju-Kai, Am Großen Osttor, Südstadt, Shanghai. Trotz des zunächst nur geringen Kapitals wuchs der Einfluß der Bank an den Finanzmärkten schnell und damit auch das Eigenkapital. Zhou und sein Vize Shen Manyun wollten auch eine Bankenvereinigung zur Förderung des Bankenwesens gründen, scheiterten aber zunächst mit dieser Idee. Erst 1917 wurde diese Idee erneut aufgegriffen und führte zur Gründung der Shanghai Banker’s Association. Die Gründer der Bank waren gegenüber der Revolution von 1911 sehr aufgeschlossen. Schon im Vorfeld dieser Revolution unterstützten sie die Rebellen heimlich mit erheblichen Summen. Leider führte das zum Bankrott der Bank. Es wurde zu viel Geld für die Revolution ausgegeben, die Bank ging zugrunde bevor die Revolution noch endgültigen Erfolg hatte. Die Sparguthaben konnten nicht mehr eingelöst werden. Nach der Revolution wurde der ehemalige Vizedirektor der Bank Shen Manyun Gouverneur von Shanghai und Vorsitzender des Amtes für Finanzen daselbst.
1907 gab die Bank eine erste Serie Banknoten aus. Auf der Vorderseite ist links ist das Hauptgebäude in Shanghai zu sehen, rechts das Portrait von Zai Zhen. Gedruckt wurden diese Noten in Japan von der Japanischen Regierungsdruckerei.
Eine 2. Serie, die schon 1908 erschien, zeigte statt des Gebäudes und des Portraits zwei Silbermünzen. Eine sachliche Notwendigkeit neue Noten auszugeben gab es eigentlich nicht, da noch viele remainder (Reststücke) unbenutzt in der Bank lagen, aber man wollte das Portrait von Zai Zhen nicht mehr auf den Banknoten haben: Er war ja ein Vertreter der regierenden Manchu und die Bank gehörte zu den Förderern der Revolution.
Diese remainder aus der ersten Serie sind heute ab und an auf dem Banknotenmarkt zu finden; gelaufene Exemplare mit 2 roten Siegeln auf der Vorderseite und einer Unterschrift auf der Rückseite kommen dagegen schon seltener vor.
Der SCWPM ignoriert die Ausgaben der Sin Chun Bank bis heute, da man diese Bank nur für eine unbedeutende Privatbank hielt und ihre Geschichte lange unbekannt blieb.


China - Sin Chun Bank: 1 Dollar, 1907, Vorderseite, remainder

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China - Sin Chun Bank: 1 Dollar, 1907, Rückseite, remainder

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Informationen wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Hr. Erwin Beyer