Die frühen Noten der Reichsbank: Unterschied zwischen den Versionen

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Anmerkung: Da die preußische Bank bis zum 31.12.1875 bereits Marknoten für 565.164.300 Mark in Umlauf gesetzt hatte (5), kann man davon ausgehen, dass  bis zu diesem Zeitpunkt bereits ein vergleichbarer Umfang an Thalernoten angehalten und in die Kasse überführt worden war.
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== Die I. Emission der Reichsbanknoten ==
 
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Im Zeitraum vom 1.1.1876 bis 11.11.1876 erfolgte sowohl die erste Bestellung an „Reichsbank“-Noten in Abschnitten zu 100 Mark als auch die Lieferung deren erster Charge im Umfang von 66.000.000 Mark (7). Die ersten Abschnitte über 1000 Mark wurden erst im  Zeitraum vom 7.4.1877 bis 9.3.1878 in Auftrag gegeben und angefertigt (9). Die Beschreibungen dieser Noten durch das „Reichsbank“-Direktorium  wurden im „Reichsanzeiger und Preußischen Staatsanzeiger“ veröffentlicht. Die Veröffentlichung für den  Abschnitt zu 100 Mark datierte vom 6.8.1874 (26), die für den Abschnitt zu 1000 Mark vom 20.6.1877 (27).
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Die letzten Noten der I. Emission wurden entsprechend den Bericht der Reichsschuldenkommission im Zeitraum von 9.3.1883 bis 10.3.1884 geliefert und zwar 32.960.000 Mark in Abschnitten zu 100 Mark (15). Daneben wurden in diesem Zeitraum bereits die ersten Noten der II. Emission übernommen. Bis dahin hatte die Reichsdruckerei an Reichsbank Noten der I. Emission insgesamt hergestellt:
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* Abschnitte zu 100 Mark: 892.560.000 Mark 8.925.600 Stück
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* Abschnitte zu 1000 Mark: 520.200.000 Mark   520.200 Stück
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Bei annähernd gleicher Verteilung der Noten über jeweils 4 Litera von a bis d, bewegen sich die erwarteten Kontrollnummern für die Abschnitte zu 100M und 1000M also im Bereich bis zu
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* 100 Mark ca. 2.250.000
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* 1000 Mark ca.    130.000
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Die höchste dem Autor bekannte Kontrollnummer für einen Abschnitt zu 100 Mark lautet  A1770587 (28). Für eine 1000 M Note ist nur eine einzige Kontrollnummer von einem Foto bekannt: C 026272 (1).
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== Einziehung und Vernichtung der preußischen Marknoten ==
 
== Einziehung und Vernichtung der preußischen Marknoten ==
 
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Nachdem die preußischen Thalernoten bis auf den unvermeidlichen Rest aus dem Umlauf verschwunden waren, mussten nun die Marknoten der Preußischen Bank durch solche der Reichsbank ersetzt werden. Voraussetzung dafür war zunächst ein ausreichender Bestand an Reichsbanknoten. Die folgende Tabelle zeigt die Liefermengen an Reichsbanknoten der ersten Emission  in den Jahren 1876 bis 1884 und das Volumen an vernichteten Marknoten für den gleichen Zeitraum, berechnet aus den Verwaltungsberichten (17-25) und den Berichten der Reichsschuldenkommission (7-16).
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Am 10.03.1878 (29) und am 10.04.1878 (30) wurden die 100 Mark Noten der Preußischen Bank aufgerufen. Dementsprechend erfolgte deren Einlösung nach dem 1. Juni 1878 nur noch bei der Reichshauptkasse in Berlin. Da der Aufruf ohne Präklusion erfolgte und diese Noten daher nicht als kraftlos erklärt waren, galt diese Regelung ohne zeitliche Beschränkung. Für die Noten der Preußischen Bank zu 1000 Mark und zu 500 Mark ist dem Autor ein separater Aufruf nicht bekannt.
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An der Einziehung und Vernichtung der Thalernoten war ersichtlich, dass vom Anhalten, über das  Löschen bis zum endgültigen Vernichten von Banknoten ein längerer Zeitraum zu veranschlagen ist. So wird das Maximum bei der Vernichtung der Marknoten erst im Jahr nach dem Aufruf der 100 Mark Note erzielt. Das Volumen von bis dahin 573 Mrd Mark zeigt an, dass die 1000 Mark Noten, selbst ohne eigenen Aufruf, ebenfalls von der Vernichtung betroffen waren.
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Die Liefermenge an Reichsbanknoten von bis dahin 779 bzw. 923 Mrd Mark, davon 302 Mrd Mark an Abschnitten zu 1000M, war dafür ausreichend.  Auch wenn zu berücksichtigen ist, dass ein Teil der Vernichtung bereits auf verschlissene Reichsbanknoten entfiel, so kann davon ausgegangen werden, dass die Vernichtung der Preußischen Marknoten bis spätestens 1883 abgeschlossen war, das Anhalten und der Umtausch dieser Noten in Reichsbanknoten war dementsprechend etwa ein Jahr früher.
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== Die Reste der preußischen Banknoten im Umlauf ==
 
== Die Reste der preußischen Banknoten im Umlauf ==
 
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Die Reste der „Preußische Bank“-Noten sind danach von der Reichsbank bis zum 31.12.1900 kontinuierlich eingezogen, und gegen „Reichsbank“-Noten umgetauscht worden. So verschwanden diese nach und nach aus dem Verkehr. Artikel 9 des Gesetzes vom 7. Juni 1899, betreffend die Abänderung des Bankgesetzes vom 14. März 1875 (31) bezweckte dann die völlige Beseitigung der Preußische Bank-Noten aus der Bilanz der Reichsbank. Dementsprechend bezahlte die Reichsbank 1901 einen Betrag von 2.559.040 Mark an die Reichskasse, welches dem Nennwert der am 1. Januar 1901 noch im Umlauf befindlichen Noten der vormaligen Preußischen Bank entsprach. Vom gleichen Zeitpunkt ab wurden diese Noten in den Notenumlauf der Reichsbank nicht mehr eingerechnet.
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Es wurde davon ausgegangen, dass der zu diesem Zeitpunkt noch ausstehende Rest nur noch zum kleinsten Teil eingelöst werden dürfte. Etwa noch zur Präsentation gelangende Noten dieser Gattung wurden von der Reichsbank weiter in Zahlung genommen bzw. eingelöst, die betreffenden Beträge wurden ihr dann seitens des Reiches wieder erstattet.
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=== Thaler Noten der Preußischen Bank ===
 
=== Thaler Noten der Preußischen Bank ===
 
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Im Verwaltungsbericht der Reichsbank für das Jahr 1900 ist die Zusammensetzung der am 31.12.1900 in Betrieb befindlichen Noten nach Abschnitten aufgeführt (32). Bei den  Thaler Noten im Wert von 1.718.190 Mark handelt es sich ausschließlich um alle noch im Umlauf befindlichen Thalernoten der Preußischen Bank, die seit dem Erlass vom 16. Juli 1846 (34) an die Hauptbank abgeliefert und noch nicht für kraftlos erklärt worden waren.
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=== Mark Noten der Preußischen Bank ===
 
=== Mark Noten der Preußischen Bank ===
 
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Der Rest von 840.858 Mark verteilt sich auf die Mark Noten der Preußischen Bank, wovon die 500 Mark Noten 281.500 Mark ausmachen. Die Abschnitte zu 100 und 1000 Mark bilden gemeinsam den Rest von 559.300 Mark. Aufgrund der ursprünglich etwa gleich hohen Emissionsvolumen von jeweils ca. 400.000.000 Mark und der Tatsache, dass größere Abschnitte konsequenter eingelöst wurden als kleinere, entfiel nur höchstens die Hälfte dieses Betrages auf Abschnitte zu 1000 Mark (maximal ca. 280 Stück)  und der Rest auf Abschnitte zu 100 Mark (mindestens ca. 2.800 Stück).
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== Mark Noten der Reichsbank zu 500 Mark ==
 
== Mark Noten der Reichsbank zu 500 Mark ==
 
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In der Bilanz der Reichsbank für das Jahr 1901(33)werden an in Betrieb befindlichen Banknoten der Reichsbank 1.162.959.000 Mark an Abschnitten zu 1000 Mark und 1.725.138.900 Mark an Abschnitten zu 100 Mark aufgeführt. Abschnitte zu 500 Mark, da sämtlich Noten der Preußischen Bank, werden nicht mehr genannt.
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Auf den letzten Sachverhalt wurde bereits seitens der Reichsbank mehrfach ausdrücklich hingewiesen: „Gleich den auf Thalerwährung lautenden Noten sind auch solche zu 500 Mark nur von der Preußischen Bank emittirt worden, die Reichsbank hat bisher nur Noten zu 1000 und 100 Mark ausgegeben.“ (4, S.290) … Die Reichsbank hat Noten zu 500 Mark nicht herstellen lassen.“ (4, S.305).
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Auch das Fehlen von Hinweisen auf Noten zu 500 Mark der Reichsbank in den Berichten der Reichsschuldenkommission und das Fehlen der erforderlichen Bekanntmachungen zu diesen Abschnitten belegen diesen Sachverhalt.
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Die Druckprobe einer Reichsbank-Note zu 500 Mark, wie sie in einigen Katalogen dargestellt ist (35) , ist als Banknoten-Formular niemals hergestellt worden und als Banknote auch niemals in Betrieb gegangen.
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== Aufruf und Kraftlosigkeit der preußischen Banknoten ==
 
== Aufruf und Kraftlosigkeit der preußischen Banknoten ==
  

Version vom 4. Mai 2014, 21:47 Uhr

Einleitung

Anfang 2000 berichtet Hans L. Grabowski über eine Internetauktion, in der ein Holzkästchen ersteigert wurde, dessen Deckel die Fotografie einer Reichsbanknote über 1000 Mark von 1876 zierte (1). Bis dahin war diese Note nur als Druckprobe bekannt und es bestanden in Sammlerkreisen ernsthafte Zweifel daran, ob es dieses Banknotenformular als Banknote wirklich gegeben habe. Da ein Belegexemplar noch immer fehlte, wagte sich der Autor über die folgende Aussage nicht hinaus: „Eine Holzkiste belegt: Den Tausender von 1876 gab es vermutlich nicht nur als Muster“.

Sicherlich ist ein gelaufenes Exemplar offensichtlich der einfachste und sicherste Beweis für die Existenz eines Banknote. Aber er ist nicht der einzig mögliche, denn wegen der großen Bedeutung und des großen Wertes der Banknoten wurde deren Herstellung, Inbetriebnahme und Vernichtung auf das peinlichste kontrolliert und verwaltet. Das Aussehen der Noten wurde exakt beschrieben, denn Fotos waren zu dieser Zeit noch nicht üblich, und die Beschreibungen mussten für die Verwaltungen und für das Publikum nach strengen Vorgaben veröffentlicht werden.

Leider liegen diese Unterlagen nicht mehr an zentraler Stelle vor, denn die Archive der Reichsbank und der Reichdruckerei gelten als verschollen. Durch die förderative Struktur des Deutschen Reiches und durch die weit gestreuten Eigentumsanteile an der Reichsbank, haben aber viele Unterlagen, Berichte und Bekanntmachungen den Weg in die Archive der einzelnen Staatsregierungen und Anteilseigner gefunden, wo sie noch heute existieren.

Auf der Grundlage dieser Unterlagen ist es ohne weiteres möglich die frühen Noten bei der Reichsbank zu belegen, nachweisbare quantitative Aussagen zu treffen und den Lebensweg dieser Noten nachzuzeichnen.

Die Zentralnotenbank im Kaiserreich

„Während des Krieges von 1870/71 schlossen sich die deutschen Staaten mit Ausnahme Österreichs zum Deutschen Reich zusammen. … Das [...] politisch geeinigte Deutschland mußte nun auch zu einer wirtschaftlichen Einheit verschmolzen werden. Damit ergab sich die Notwendigkeit einer Vereinheitlichung des deutschen Geldwesens. […] Als Währungseinheit des Deutschen Reiches wurde unter der Bezeichnung „Mark“ der dritte Teil eines Talers gewählt. […] Den Schlußstein der großen Währungsreform bildete [...] das Bankgesetz vom 14. März 1875. Das Gesetz befaßt sich […] mit den Verhältnissen der Notenbanken, und enthält speziell die Vorschriften über die Zentralnotenbank des neuen Deutschen Reiches. […] Eine Zentralnotenbank war tatsächlich bereits für den größeren Teil des Reiches in der Preußischen Bank vorhanden; diese hatte nach 1870 auch schon begonnen, ihr Filialnetz über die preußischen Grenzen hinaus auszudehnen. Durchaus folgerichtig wurde nun die Preußische Bank zur Bank des Reiches ausgestaltet, wobei sie ihren Namen in Reichsbank änderte .[…] “ (2)

Die preußischen Banknoten bei der Reichsbank

Am 16.12.1875 unterschrieb Reichskanzler Bismark daher folgende Bekanntmachung: „Nach §. 1 des Statuts der der Reichsbank vom 21. Mai d. J. (RGBl. S.203) tritt die Reichsbank am 1. Januar 1876 in Wirksamkeit, und gehen mit demselben Tage alle Rechte und Verpflichtungen der Preußischen Bank, welche mit dem Ablauf des 31. Dezember 1875 ihre Wirksamkeit einstellt, nach Maßgabe des zwischen dem Reiche und Preußen unter dem 17./18. Mai d. J. Abgeschlossenen Vertrages (RGBl. S.215) auf die Reichsbank über.

Es sind daher vom 1. Januar 1876 an insbesondere auch die seither von der Preußischen Bank unter der Unterschrift des Königlich Preußischen Haupt-Bank-Direktoriums – und zwar sowohl die in Thalerwährung, als auch die in Reichswährung – ausgestellten Banknoten in allen rechtlichen Beziehungen als Noten der Reichsbank zu betrachten.“(3)

Anmerkung: Die Note in Bild 2 trägt eindeutig den Aufdruck Preußische Banknote. Systematisch sollte die Bezeichnung ehr als „Preußische Bank“-Note auch im Gegensatz zu den späteren „Reichsbank“-Noten, „Reichskassen“-Scheinen b.z.w. „Dahrlehnskassen“-Scheinen aufgefasst werden.

Übernahme

Als die Reichsbank ihre Tätigkeit aufnahm, hatte sie ausschließlich „Preußische Bank“-Noten in Betrieb. Entsprenchend der Bilanz des letzen Verwaltungsberichts der Preußischen Bank für das Jahr 1875 (5) waren dies per Jahresultimo am 31.12.1875

  • an Thaler- und Marknoten zusammen 2.152.886.457 Mark
  • davon im Umlauf 735.721.000 Mark
  • in den Kassen 1.410.842.330 Mark
  • abgesetzt, da zum Umlauf nicht mehr geeignet 6.323.127 Mark


Lieferungen

1876 wurden seitens der Reichsbank aus vorhergehenden Bestellungen der Preußischen Bank noch weitere Abschnitte zu 100 Mark (im Betrage von 75.200.000 Mark) und zu 500 Mark (angeblich im Betrage von 350.000.000 Mark) an Noten der Preußischen Bank von der preußischen Staatsdruckerei übernommen (6). Damit war die Herstellung und Inbetriebnahme von Noten der Preußischen Bank abgeschlossen. Seit 1846 wurden für die Preußische Bank Thalernoten im Nennwert von insgesamt 666.480.000 Thalern (sowie Marknoten im Nennwert von 1.151.200.000 Mark hergestellt und zwar von letzteren (7)

  • in Abschnitten 100 Mark 4.000.000 Stück
  • in Abschnitten zu 500 Mark 700.000 Stück
  • in Abschnitten zu 1000 Mark 401.200 Stück


Einziehung und Vernichtung der preußischen Thalernoten

Gemeinsam liefern die Verwaltungsberichte der Reichsbank (17-21) und die Berichte der Reichsschuldenkommission (7-11) das folgende klare Bild vom zeitlichen Ablauf der Ablösung der preußischen Thalernoten durch die preußischen Marknoten bei der Reichsbank.

Am ersten Tage ihres Bestehens hatte die Reichsbank noch Thalernoten im Wert von 170.559.000 Mark im Umlauf. Diese wurden im Verlaufe des Jahres 1876 bis auf einen geringen Rest angehalten, in Marknoten umgetauscht und in den Kassenbestand überführt. Von dort wurden zunächst (bis 1878) die 1000 Thaler Noten und anschließend (bis 1879) die 100 Thaler Noten aus der Kasse nach dem Asservat abgesetzt, gelöscht und danach unter Aufsicht eines Mitgliedes der Reichsschuldenkommission vernichtet. Die folgenden Tabellen verdeutlicht den Ablauf:

UMLAUF → anhalten → KASSE → absetzen → ASSERVAT → löschen → ASSERVAT → vernichten
Anmerkung: Da die preußische Bank bis zum 31.12.1875 bereits Marknoten für 565.164.300 Mark in Umlauf gesetzt hatte (5), kann man davon ausgehen, dass bis zu diesem Zeitpunkt bereits ein vergleichbarer Umfang an Thalernoten angehalten und in die Kasse überführt worden war.

Die I. Emission der Reichsbanknoten

Im Zeitraum vom 1.1.1876 bis 11.11.1876 erfolgte sowohl die erste Bestellung an „Reichsbank“-Noten in Abschnitten zu 100 Mark als auch die Lieferung deren erster Charge im Umfang von 66.000.000 Mark (7). Die ersten Abschnitte über 1000 Mark wurden erst im Zeitraum vom 7.4.1877 bis 9.3.1878 in Auftrag gegeben und angefertigt (9). Die Beschreibungen dieser Noten durch das „Reichsbank“-Direktorium wurden im „Reichsanzeiger und Preußischen Staatsanzeiger“ veröffentlicht. Die Veröffentlichung für den Abschnitt zu 100 Mark datierte vom 6.8.1874 (26), die für den Abschnitt zu 1000 Mark vom 20.6.1877 (27).

Die letzten Noten der I. Emission wurden entsprechend den Bericht der Reichsschuldenkommission im Zeitraum von 9.3.1883 bis 10.3.1884 geliefert und zwar 32.960.000 Mark in Abschnitten zu 100 Mark (15). Daneben wurden in diesem Zeitraum bereits die ersten Noten der II. Emission übernommen. Bis dahin hatte die Reichsdruckerei an Reichsbank Noten der I. Emission insgesamt hergestellt:

  • Abschnitte zu 100 Mark: 892.560.000 Mark 8.925.600 Stück
  • Abschnitte zu 1000 Mark: 520.200.000 Mark 520.200 Stück


Bei annähernd gleicher Verteilung der Noten über jeweils 4 Litera von a bis d, bewegen sich die erwarteten Kontrollnummern für die Abschnitte zu 100M und 1000M also im Bereich bis zu

  • 100 Mark ca. 2.250.000
  • 1000 Mark ca. 130.000


Die höchste dem Autor bekannte Kontrollnummer für einen Abschnitt zu 100 Mark lautet A1770587 (28). Für eine 1000 M Note ist nur eine einzige Kontrollnummer von einem Foto bekannt: C 026272 (1).

Einziehung und Vernichtung der preußischen Marknoten

Nachdem die preußischen Thalernoten bis auf den unvermeidlichen Rest aus dem Umlauf verschwunden waren, mussten nun die Marknoten der Preußischen Bank durch solche der Reichsbank ersetzt werden. Voraussetzung dafür war zunächst ein ausreichender Bestand an Reichsbanknoten. Die folgende Tabelle zeigt die Liefermengen an Reichsbanknoten der ersten Emission in den Jahren 1876 bis 1884 und das Volumen an vernichteten Marknoten für den gleichen Zeitraum, berechnet aus den Verwaltungsberichten (17-25) und den Berichten der Reichsschuldenkommission (7-16).

Am 10.03.1878 (29) und am 10.04.1878 (30) wurden die 100 Mark Noten der Preußischen Bank aufgerufen. Dementsprechend erfolgte deren Einlösung nach dem 1. Juni 1878 nur noch bei der Reichshauptkasse in Berlin. Da der Aufruf ohne Präklusion erfolgte und diese Noten daher nicht als kraftlos erklärt waren, galt diese Regelung ohne zeitliche Beschränkung. Für die Noten der Preußischen Bank zu 1000 Mark und zu 500 Mark ist dem Autor ein separater Aufruf nicht bekannt.

An der Einziehung und Vernichtung der Thalernoten war ersichtlich, dass vom Anhalten, über das Löschen bis zum endgültigen Vernichten von Banknoten ein längerer Zeitraum zu veranschlagen ist. So wird das Maximum bei der Vernichtung der Marknoten erst im Jahr nach dem Aufruf der 100 Mark Note erzielt. Das Volumen von bis dahin 573 Mrd Mark zeigt an, dass die 1000 Mark Noten, selbst ohne eigenen Aufruf, ebenfalls von der Vernichtung betroffen waren.

Die Liefermenge an Reichsbanknoten von bis dahin 779 bzw. 923 Mrd Mark, davon 302 Mrd Mark an Abschnitten zu 1000M, war dafür ausreichend. Auch wenn zu berücksichtigen ist, dass ein Teil der Vernichtung bereits auf verschlissene Reichsbanknoten entfiel, so kann davon ausgegangen werden, dass die Vernichtung der Preußischen Marknoten bis spätestens 1883 abgeschlossen war, das Anhalten und der Umtausch dieser Noten in Reichsbanknoten war dementsprechend etwa ein Jahr früher.

Die Reste der preußischen Banknoten im Umlauf

Die Reste der „Preußische Bank“-Noten sind danach von der Reichsbank bis zum 31.12.1900 kontinuierlich eingezogen, und gegen „Reichsbank“-Noten umgetauscht worden. So verschwanden diese nach und nach aus dem Verkehr. Artikel 9 des Gesetzes vom 7. Juni 1899, betreffend die Abänderung des Bankgesetzes vom 14. März 1875 (31) bezweckte dann die völlige Beseitigung der Preußische Bank-Noten aus der Bilanz der Reichsbank. Dementsprechend bezahlte die Reichsbank 1901 einen Betrag von 2.559.040 Mark an die Reichskasse, welches dem Nennwert der am 1. Januar 1901 noch im Umlauf befindlichen Noten der vormaligen Preußischen Bank entsprach. Vom gleichen Zeitpunkt ab wurden diese Noten in den Notenumlauf der Reichsbank nicht mehr eingerechnet.

Es wurde davon ausgegangen, dass der zu diesem Zeitpunkt noch ausstehende Rest nur noch zum kleinsten Teil eingelöst werden dürfte. Etwa noch zur Präsentation gelangende Noten dieser Gattung wurden von der Reichsbank weiter in Zahlung genommen bzw. eingelöst, die betreffenden Beträge wurden ihr dann seitens des Reiches wieder erstattet.

Thaler Noten der Preußischen Bank

Im Verwaltungsbericht der Reichsbank für das Jahr 1900 ist die Zusammensetzung der am 31.12.1900 in Betrieb befindlichen Noten nach Abschnitten aufgeführt (32). Bei den Thaler Noten im Wert von 1.718.190 Mark handelt es sich ausschließlich um alle noch im Umlauf befindlichen Thalernoten der Preußischen Bank, die seit dem Erlass vom 16. Juli 1846 (34) an die Hauptbank abgeliefert und noch nicht für kraftlos erklärt worden waren.

Mark Noten der Preußischen Bank

Der Rest von 840.858 Mark verteilt sich auf die Mark Noten der Preußischen Bank, wovon die 500 Mark Noten 281.500 Mark ausmachen. Die Abschnitte zu 100 und 1000 Mark bilden gemeinsam den Rest von 559.300 Mark. Aufgrund der ursprünglich etwa gleich hohen Emissionsvolumen von jeweils ca. 400.000.000 Mark und der Tatsache, dass größere Abschnitte konsequenter eingelöst wurden als kleinere, entfiel nur höchstens die Hälfte dieses Betrages auf Abschnitte zu 1000 Mark (maximal ca. 280 Stück) und der Rest auf Abschnitte zu 100 Mark (mindestens ca. 2.800 Stück).

Mark Noten der Reichsbank zu 500 Mark

In der Bilanz der Reichsbank für das Jahr 1901(33)werden an in Betrieb befindlichen Banknoten der Reichsbank 1.162.959.000 Mark an Abschnitten zu 1000 Mark und 1.725.138.900 Mark an Abschnitten zu 100 Mark aufgeführt. Abschnitte zu 500 Mark, da sämtlich Noten der Preußischen Bank, werden nicht mehr genannt.

Auf den letzten Sachverhalt wurde bereits seitens der Reichsbank mehrfach ausdrücklich hingewiesen: „Gleich den auf Thalerwährung lautenden Noten sind auch solche zu 500 Mark nur von der Preußischen Bank emittirt worden, die Reichsbank hat bisher nur Noten zu 1000 und 100 Mark ausgegeben.“ (4, S.290) … Die Reichsbank hat Noten zu 500 Mark nicht herstellen lassen.“ (4, S.305).

Auch das Fehlen von Hinweisen auf Noten zu 500 Mark der Reichsbank in den Berichten der Reichsschuldenkommission und das Fehlen der erforderlichen Bekanntmachungen zu diesen Abschnitten belegen diesen Sachverhalt.

Die Druckprobe einer Reichsbank-Note zu 500 Mark, wie sie in einigen Katalogen dargestellt ist (35) , ist als Banknoten-Formular niemals hergestellt worden und als Banknote auch niemals in Betrieb gegangen.

Aufruf und Kraftlosigkeit der preußischen Banknoten

Zusammenfassung und Ausblick

Literatur- und Bildnachweis

  • (1) Hans L. Grabowski, Eine Holzkiste belegt: Den Tausender von 1876 gab es vermutlich nicht nur als Muster. Der Geldscheinsammler, 1/2000, Heinrich Gietl Verlag GmbH, Regenstauf
  • (2) Von der königlichen Bank zur Deutschen Reichsbank, 175 Jahre Deutscher Notenbankgeschichte, Im Auftrage des Reichsbankdirektoriums bearbeitet in der Volkswirtschaftlichen Abteilung der D eutschen reichsbank, Druckerei der deutschen Reichsbank, 1940
  • (3) Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 16. Dezember 1875, Deutscher Reichsanzeiger und königlich Preußischer Staatsanzeiger, No. 297, 17.12.1875
  • (4) Mit freundlicher Genehmigung der Artemon, Kunsthandels- und Verlagsgesellschaft mbh, Frühjahrsauktion 2014, Gifhorn 30.4.2014, Los 5
  • (5) Bilanz der Preußischen Bank (31.12.1875) , Anlage N., Verwaltungsbericht der Preußischen Bank für das Jahr 1875. Vorgelegt in der General-Versammlung der Meistbetheiligten am 29. März 1876. Berlin, königlich Geheime Ober-Hofdruckerei (R. v. Decker)
  • (6) Die Reichsbank 1876-1900, Berlin, Gedruckt in der Reichsdruckerei, Kommissionsverlag von Gustav Fischer, Jena , Fußnote (S. 290-291, 305)
  • (7) Bericht der Reichsschulden-Kommission vom 11.11.1876, Verhandlungen des Reichstages, Bd.:43. 1876, Aktenstück Nr. 68, S. 654
  • (8) Bericht der Reichsschulden-Kommission vom 27.4.1877, Verhandlungen des Reichstages, Bd.:46. 1877, Aktenstück Nr. 209, S. 565
  • (9) Bericht der Reichsschulden-Kommission vom 16.3.1878, Verhandlungen des Reichstages, Bd.:43. 1878, Aktenstück Nr. 118, S. 909
  • (10) Bericht der Reichsschulden-Kommission vom 27.4.1879, Verhandlungen des Reichstages, Bd.:56. 1879, Aktenstück Nr. 184, S. 1391
  • (11) Bericht der Reichsschulden-Kommission vom 12.3.1880, Verhandlungen des Reichstages, Bd.:61. 1880, Aktenstück Nr. 75, S. 510
  • (12) Bericht der Reichsschulden-Kommission vom 26.3.1881, Verhandlungen des Reichstages, Bd.:96. 1881, Aktenstück Nr. 96, S. 536
  • (13) Bericht der Reichsschulden-Kommission vom 16.3.1882, Verhandlungen des Reichstages, Bd.:43. 1882, Aktenstück Nr. 108, S. 368
  • (14) Bericht der Reichsschulden-Kommission vom 16.4.1883, Verhandlungen des Reichstages, Bd.:73. 1882/83, Aktenstück Nr. 304, S. 1122
  • (15) Bericht der Reichsschulden-Kommission vom 24.3.1884, Verhandlungen des Reichstages, Bd.:77. 1884, Aktenstück Nr. 56, S. 601
  • (16) Bericht der Reichsschulden-Kommission vom 16.4.1885, Verhandlungen des Reichstages, Bd.:84. 1884/85, Aktenstück Nr. 213, S. 840
  • (17) Bilanz der Reichsbank (31.12.1876), Verwaltungs-Bericht der Reichsbank für das Jahr 1876. Vorgelegt in der General-Versammlung am 26. März 1877. Berlin, königlich Geheime Ober-Hofdruckerei (R. v. Decker)
  • (18) Bilanz der Reichsbank (31.12.1877), Verwaltungs-Bericht der Reichsbank für das Jahr 1877. Vorgelegt in der General-Versammlung am 25. März 1878. Berlin, vormalige königlich Geheime Ober-Hofdruckerei (unter Reichsverwaltung)
  • (19) Bilanz der Reichsbank (31.12.1878), Verwaltungs-Bericht der Reichsbank für das Jahr 1878. Vorgelegt in der General-Versammlung am 20. März 1879. Berlin, vormalige königlich Geheime Ober-Hofdruckerei (unter Reichsverwaltung)
  • (20) Bilanz der Reichsbank (31.12.1879), Verwaltungs-Bericht der Reichsbank für das Jahr 1879. Vorgelegt in der General-Versammlung am 24. März 1880. Berlin, Reichsdruckerei
  • (21) Bilanz der Reichsbank (31.12.1880), Verwaltungs-Bericht der Reichsbank für das Jahr 1880. Vorgelegt in der General-Versammlung am 23. März 1881. Berlin, Reichsdruckerei
  • (22) Bilanz der Reichsbank (31.12.1881), Verwaltungs-Bericht der Reichsbank für das Jahr 1881. Vorgelegt in der General-Versammlung am 24. März 1882. Berlin, Reichsdruckerei
  • (23) Bilanz der Reichsbank (31.12.1882), Verwaltungs-Bericht der Reichsbank für das Jahr 1882. Vorgelegt in der General-Versammlung am 16. März 1883. Berlin, Reichsdruckerei
  • (24) Bilanz der Reichsbank (31.12.1883), Verwaltungs-Bericht der Reichsbank für das Jahr 1883. Vorgelegt in der General-Versammlung am 19. März 1884. Berlin, Reichsdruckerei
  • (25) Bilanz der Reichsbank (31.12.1884), Verwaltungs-Bericht der Reichsbank für das Jahr 1884. Vorgelegt in der General-Versammlung am 18. März 1885. Berlin, Reichsdruckerei
  • (26) Bekanntmachung, die Ausgabe von Noten der Reichsbank zu 100 Mark betreffend, Deutscher Reichsanzeiger und königlich Preußischer Staatsanzeiger, No. 187, 10.8.1876
  • (27) Bekanntmachung, die Ausgabe von Noten der Reichsbank zu 1000 Mark betreffend, Deutscher Reichsanzeiger und königlich Preußischer Staatsanzeiger, No. 149, 28.6.1877
  • (28) Reichsbanknote zu 100 Mark, I. Emission A 1770587, Sammlung Gerber 2014, mit freundlicher Genehmigung von Josef Gerber, Eching
  • (29) Bekanntmachung, betreffend den Aufruf und die Einziehung der von der vormaligen Preußischen Bank ausgegebenen Einhundertmarknoten. Vom 15.März 1878, RGBl. 1878 S.6.
  • (30) Bekanntmachung, betreffend den Aufruf und die Einziehung der von der vormaligen Preußischen Bank ausgegebenen Einhundertmarknoten. Vom 10. April 1878, RGBl. 1878 S.12.
  • (31) Gesetz vom 7. Juni 1899 betreffend die Abänderung des Bankgesetzes vom 14. März 1875, RGBl. 1899 S.311, Artikel 9, §.1,
  • (32) Bilanz der Reichsbank (31.12.1900), Anlage N., S. 56-57, Verwaltungs=Bericht der Reichsbank für das Jahr 1900. Vorgelegt in der General-Versammlung am 13. März 1901. Berlin, Reichsdruckerei
  • (33) Bilanz der Reichsbank (31.12.1901), Anlage N., S. 56-57, Verwaltungs=Bericht der Reichsbank für das Jahr 1901. Vorgelegt in der General-Versammlung am 8. März 1902. Berlin, Reichsdruckerei
  • (34) Allerhöchste Kabinetsorder vom 16. Juli 1846., die Kontrolle über die Ausfertigung der Banknoten betreffend. Preußische Gesetzessammlung (Nr. 2727.), Preußische Gesetz=Sammlung für die königlich Preußischen Staaten. 1846. S.264
  • (35) H. Rosenberg, H.-L. Grabowski, Die deutschen Banknoten ab 1871, Nr. 4A., S. 24, 19. Auflage 2013, Gietl Verlag
  • (36) Bekanntmachung des Reichsbankdirektoriums vom 5.3.1924, über den Aufruf und die Einziehung der Reichsbanknoten, deren Ausfertigungsdatum vor dem 11. Oktober 1924 liegt