Simbabwe: Stromversorgung

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Kraftwerk Hwange auf Simbabwe P-10 (Rückseite)
Kariba-Staudamm auf Simbabwe P-1 (Rückseite)

Das Stromversorgung in Simbabwe gestaltet sich auf Grund der wirtschaftlichen Situation in Simbabwe schwierig. Der notwendige Gesamtleistung des Landes wird auf 2200 MW geschätzt (Stand 2021), realisiert wird das hauptsächlich durch Steinkohlekraftwerke. Daneben wird noch am Kariba-Staudamm Strom aus Wasserkraft gewonnen. Betreiber der simbabwischen Kraftwerke ist die Zimbabwe Power Company (ZPC). Die ZPC hat immense Zahlungsschwierigkeiten und ist mit der Bezahlung der Steinkohle für die Kraftwerke im Rückstand. Notwendige Wartungsarbeiten und Reparaturen an den Kraftwerken können nur dann durchgeführt werden, wenn private Investoren oder ausländische Organisationen die Arbeiten finanzieren. Die Folge sind ständige Stromausfälle im Land und Import von Strom auf Kredit.

Kraftwerke in Simbabwe

Bezeichnung Primärenergie Aufteilung maximale
Leistung
Lage Baubeginn Fertigstellung
Kariba Süd I Wasserkraft 6 Turbinen mit je 125 MW 750 MW 16°31'28'' S 28°45'52'' E 1956 1959
Kariba Süd II Wasserkraft 2 Turbinen mit je 150 MW 300 MW 16°31'24'' S 28°45'54'' E 2014 2018
Gwayi-Shangani (im Bau) Wasserkraft 1 Turbine 10 MW 18°27'57'' S 27°10'09'' E 2012 2022
Tokwe-Mukosi (in Planung) Wasserkraft 1 Turbine 15 MW 20°43'33'' S 30°54'05'' E 1998 unbekannt
Hwange I Steinkohle 4 Blöcke mit je 120 MW 480 MW 18°22'57'' S 26°28'14'' E 1973 1983-1986
Hwange II Steinkohle 2 Blöcke mit je 220 MW 440 MW 18°23'01'' S 26°28'15'' E 1973 1986-1987
Hwange III (im Bau) Steinkohle 2 Blöcke mit je 300 MW 600 MW 18°23'07'' S 26°28'15'' E 2019 2021-2022
Bulawayo Steinkohle 6 Blöcke mit je 15 MW 90 MW 20°09'35'' S 28°34'35'' E 1947 1957
Munyati Steinkohle 5 Blöcke mit je 20 MW 100 MW 18°39'18'' S 29°46'55'' E 1946 1957
Harare II Steinkohle 1 Block mit 6 Turbinen 20 MW 17°50'46'' S 31°01'55'' E 1952 1955
Harare III Steinkohle 1 Block mit 2 Turbinen 60 MW 17°50'42'' S 31°01'54'' E 1952 1956-1957
Dema (Netzstabilisierung) Diesel 111 Diesel-Generatoren 100 MW 18°03'29'' S 31°11'44'' E 2015 2016
Chiredzi (in Vorbereitung) Solarenergie Photovoltaik auf 241 Hektar 90 MW 21°03'15'' S 31°22'57'' E 2021 2022

Situation 2021

Das Wasserkraftwerk Kariba läuft seit März 2021 wieder mit allen Generatoren. Das Kohlekraftwerk Hwange I hatte am 10. Februar 2021 einen Brand in Unit 1. Deshalb ist dieser Block abgeschaltet. Die anderen drei Blöcke laufen nur mit je maximal 75 MW. Im Erweiterungsbau Hwange II befindet sich Unit 6 nach zweijähriger Generalüberholung im Testbetrieb und der andere Block läuft nur mit maximal 150 MW. Im Neubau Hwange III ist ein Teilblock fertiggestellt und könnte 50 MW liefern. Weil ein Vertrag zwischen dem Betreiber und dem Finanzministerium noch nicht unterschrieben ist, ist er aber noch nicht am Netz. Das Kohlekraftwerk Bulawayo ist nach einer Pause von über zwei Jahren seit März 2021 mit einem Maximalwert von 20 MW wieder im Testbetrieb am Netz (man hat riesige Schwierigkeiten Ersatzteile für die alte Technik zu finden) Das Kohlekraftwerk Munyati läuft derzeit mit verminderter Leistung. Wegen überfälliger Wartungsmaßnahmen ist die Maximalleistung auf 20 MW begrenzt, meist werden aber nur 15 oder 16 MW erreicht. Das Kohlekraftwerk Harare II läuft komplett, Harare III dagegen nur tageweise mit minimaler Leistung. Hier wäre eine Generalüberholung und der Austausch einer defekten Turbine notwendig. Das im Bau befindliche Wasserkraftwerk Gwayi-Shangani soll 2022 fertig sein. Ob der Termin zu halten ist, ist fraglich, denn er wurde schon mehrfach verschoben. Das Wasserkraftwerk Tokwe-Mukosi ist zwar geplant und der Staudamm ist seit Jahren fertig, ob das Kraftwerk überhaupt gebaut wird, lässt sich heute noch nicht abschätzen. Die Photovoltaik-Anlage Chiredzi sollte auch längst im Bau sein, wegen Problemen bei der Finanzierung und der CoViD-19-Pandemie ruht dieses Projekt derzeit. Alle anderen Kraftwerks-Ideen, wie der Batoka-Staudamm am Sambesi, kommen nur langsam oder gar nicht voran. Das ursprünglich mit 225 Diesel-Generatoren ausgerüstete Netzstabilisierungs-Kraftwerk Dema mit einer Spitzenlast von 200 MW wurde im Jahr 2016 in Betrieb genommen, 2017 auf 111 Generatoren verkleinert und 2018 wegen Unwirtschaftlichkeit abgeschaltet. Ob es je wieder in Betrieb geht, ist fraglich.

Weblinks