Milan Rastislav Stefanik: Unterschied zwischen den Versionen

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1912 erhielt er die französische Staatsbürgerschaft und 1914 wurde er Ritter der Ehrenlegion.<br>
 
1912 erhielt er die französische Staatsbürgerschaft und 1914 wurde er Ritter der Ehrenlegion.<br>
 
Mit Beginn des ersten Weltkrieges bekam er eine schwere Magenkrankheit, die auch mit einer Operation nicht grundlegend geheilt wurde. Trotzdem beharrte er darauf, am Krieg als Flieger in der französischen Armee teilzunehmen. Nach einer kurzen Ausbildung wurde er im Mai 1915 erstmals als Pilot eingesetzt. Nach 30 Missionen zu den feindlichen Linien führte die übermäßige Anstrengung fast seinen Tod herbei. Er überlebte knapp, aber er konnte nicht mehr kämpfen, so dass er Ende 1915 nach Paris zurückkehrte.<br>  
 
Mit Beginn des ersten Weltkrieges bekam er eine schwere Magenkrankheit, die auch mit einer Operation nicht grundlegend geheilt wurde. Trotzdem beharrte er darauf, am Krieg als Flieger in der französischen Armee teilzunehmen. Nach einer kurzen Ausbildung wurde er im Mai 1915 erstmals als Pilot eingesetzt. Nach 30 Missionen zu den feindlichen Linien führte die übermäßige Anstrengung fast seinen Tod herbei. Er überlebte knapp, aber er konnte nicht mehr kämpfen, so dass er Ende 1915 nach Paris zurückkehrte.<br>  
Dort kam er mit Edvard Benes und mit seinem ehemaligen Professor Tomás Masaryk in Kontakt. 1916 gründeten diese drei Männer den tschechoslowakischen Nationalen Rat, ab 1917 war Sefanik der Vizepräsident des Rats. Stefánik und der tschechoslowakische Widerstand begannen nun, tschechoslowakische Legionen zu organisieren, die gegen Österreich-Ungarn und Deutschland kämpfen sollten. Es war größtenteils Stefaniks diplomatischen Sachkenntnissen und Kontakten zu verdanken, dass die Alliierten  den tschechoslowakischen Nationalen Rat als eine Regierung de-facto- anerkannten und die tschechoslowakischen Truppen im Sommer 1918 in die Reihen der Alliierten aufnahmen. In dieser  Exil-Regierung der CSR war Stefanik der Kriegsminister.<br>
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Dort kam er mit Edvard Benes und mit seinem ehemaligen Professor Tomás Masaryk in Kontakt. 1916 gründeten diese drei Männer den tschechoslowakischen Nationalen Rat, ab 1917 war Stefanik der Vizepräsident des Rats. Stefanik und der tschechoslowakische Widerstand begannen nun, tschechoslowakische Legionen zu organisieren, die gegen Österreich-Ungarn und Deutschland kämpfen sollten. Es war größtenteils Stefaniks diplomatischen Sachkenntnissen und Kontakten zu verdanken, dass die Alliierten  den tschechoslowakischen Nationalen Rat als eine Regierung de-facto- anerkannten und die tschechoslowakischen Truppen im Sommer 1918 in die Reihen der Alliierten aufnahmen. In dieser  Exil-Regierung der CSR war Stefanik der Kriegsminister.<br>
1919 kam zu einem heftigen Streit zwischen Stefánik und Benes, hauptsächlich um die Stellung der Slowakei innerhalb der zukünftigen Tschechoslowakei.<br>  
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1919 kam zu einem heftigen Streit zwischen Stefanik und Benes, hauptsächlich um die Stellung der Slowakei innerhalb der zukünftigen Tschechoslowakei.<br>  
 
Am 04.05.1919 reiste Stefanik von einer militärischen Mission in Italien mit dem Flugzeug zurück in seine Heimat und wurde, vermutlich auf Grund einer Verwechslung, bei Bratislava (Pressburg) abgeschossen. Zusammen mit 2 italienischen Offizieren kam Stefanik ums Leben.<br>  
 
Am 04.05.1919 reiste Stefanik von einer militärischen Mission in Italien mit dem Flugzeug zurück in seine Heimat und wurde, vermutlich auf Grund einer Verwechslung, bei Bratislava (Pressburg) abgeschossen. Zusammen mit 2 italienischen Offizieren kam Stefanik ums Leben.<br>  
Der plötzliche Tod von Stefánik in der Kombination mit seinem vorhergehenden Streit mit Benes trug  immer wieder zu slowakischen Verdächtigungen gegen die Tschechen während der Ersten Republik der Tschechoslowakei bei.<br>
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Der plötzliche Tod von Stefanik in der Kombination mit seinem vorhergehenden Streit mit Benes trug  immer wieder zu slowakischen Verdächtigungen gegen die Tschechen während der Ersten Republik der Tschechoslowakei bei.<br>
  
 
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Version vom 15. Oktober 2006, 08:50 Uhr

Milan Rastislav Stefanik

Bio Milan Rastislav Stefanik.jpg

Milan Rastislav Stefanik war ein slowakischer Politiker, Diplomat und Astronom.
Geboren wurde er am 21.07.1880 in Kosariska bei Neutra, damals Österreich-Ungarn. Sein Vater war protestantischer Priester und erzog seinen Sohn im Geiste eines starken slowakischen Patriotismus. Stefanik kam dadurch an den ungarischen Schulen (slowakische waren verboten) öfter in Schwierigkeiten und musste bis zum Beginn seines Ingenieurstudiums 1898 in Prag häufig den Unterrichtsort wechseln.
1900 ging er an die Karlsuniversität und begann dort Astronomie, Physik, Optik, Mathematik und Philosophie zu studieren. Hier kam er auch mit den Ideen eines unabhängigen Staates der Tschechen und Slowaken in Kontakt und hörte die Philosophie-Vorlesungen des späteren ersten Präsidenten der Tschechoslowakei Tomás Masaryk. Zudem war er in verschiedenen patriotischen Studentenverbindungen aktiv. 1904 erwarb er seinen Doktortitel in Astronomie und ging nach Paris, um eine Arbeit beim Observatoire de Paris-Meudon aufzunehmen.
Zwischen 1906 und 1908 war er Co-Direktor der Mont Blanc Sternwarten Gesellschaft. Als 1907 sein Förderer Pierre Janssen starb, musste er diese Arbeit aufgeben und arbeitete ab 1908 für den französischen Staat. Er führte astronomischen und meteorologischen Beobachtungen ihn zahlreichen Ländern der Welt durch, kehrte aber auch immer wieder in seine Heimat zurück. In Tahiti baute er u.a. eine Sternwarte und ein meteorologisches Stationsnetz auf. Zusätzlich zu seinen wissenschaftlichen Missionen führte er auch diplomatische Aufgaben durch und vertrat Unternehmen in Übersee.
1912 erhielt er die französische Staatsbürgerschaft und 1914 wurde er Ritter der Ehrenlegion.
Mit Beginn des ersten Weltkrieges bekam er eine schwere Magenkrankheit, die auch mit einer Operation nicht grundlegend geheilt wurde. Trotzdem beharrte er darauf, am Krieg als Flieger in der französischen Armee teilzunehmen. Nach einer kurzen Ausbildung wurde er im Mai 1915 erstmals als Pilot eingesetzt. Nach 30 Missionen zu den feindlichen Linien führte die übermäßige Anstrengung fast seinen Tod herbei. Er überlebte knapp, aber er konnte nicht mehr kämpfen, so dass er Ende 1915 nach Paris zurückkehrte.
Dort kam er mit Edvard Benes und mit seinem ehemaligen Professor Tomás Masaryk in Kontakt. 1916 gründeten diese drei Männer den tschechoslowakischen Nationalen Rat, ab 1917 war Stefanik der Vizepräsident des Rats. Stefanik und der tschechoslowakische Widerstand begannen nun, tschechoslowakische Legionen zu organisieren, die gegen Österreich-Ungarn und Deutschland kämpfen sollten. Es war größtenteils Stefaniks diplomatischen Sachkenntnissen und Kontakten zu verdanken, dass die Alliierten den tschechoslowakischen Nationalen Rat als eine Regierung de-facto- anerkannten und die tschechoslowakischen Truppen im Sommer 1918 in die Reihen der Alliierten aufnahmen. In dieser Exil-Regierung der CSR war Stefanik der Kriegsminister.
1919 kam zu einem heftigen Streit zwischen Stefanik und Benes, hauptsächlich um die Stellung der Slowakei innerhalb der zukünftigen Tschechoslowakei.
Am 04.05.1919 reiste Stefanik von einer militärischen Mission in Italien mit dem Flugzeug zurück in seine Heimat und wurde, vermutlich auf Grund einer Verwechslung, bei Bratislava (Pressburg) abgeschossen. Zusammen mit 2 italienischen Offizieren kam Stefanik ums Leben.
Der plötzliche Tod von Stefanik in der Kombination mit seinem vorhergehenden Streit mit Benes trug immer wieder zu slowakischen Verdächtigungen gegen die Tschechen während der Ersten Republik der Tschechoslowakei bei.


Tschechoslowakei - CSR: P-62s, 50 Korun, 1945, Porträt Milan Rastislav Stefanik

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