Ivo Andrić

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Ivo Andrić war ein jugoslawischer Schriftsteller, Diplomat, Politiker und Literaturnobelpreisträger. Er wurde am 9. Oktober 1892 in Dolac bei Travnik, einer Kleinstadt in Zentralbosnien, geboren. Er wurde während eines Besuches seiner Mutter in Dolac geboren und noch am selben Tag getauft. Als er zwei Jahre alt war, starb sein Vater an Tuberkulose. Da seine Mutter es sich nicht leisten konnte ihn zu ernähren, wurde er von seiner Tante groß gezogen.


Er studierte Philosophie, Slawistik und Geschichte in Zagreb, Wien, Krakau und Graz. Andrić hatte als Student aus Sarajevo, während seiner Studienzeit Kontakt zur Untergrundorganisation "Mlada Bosna", welche am Mord am österreichischen Thronfolger, Franz Ferdinand und dessen Frau Sofia, verantwortlich war. Er wurde in Split verhaftet und wegen jugoslawischem Nationalismus verurteilt. Nach der Bildung Jugoslawiens wurde er Diplomat und stieg schnell zum Assistenten des Außenministers auf. Während des zweiten Weltkrieges hielt er sich in Beograd auf und wurde nach 1945 erster Präsident des Bundes der Schriftsteller Jugoslawiens.


Anfangs schrieb Andrić Gedichte und Erzählungen, ab 1945 wurde er durch die "Bosnische Trilogie" (Na Drini ćuprija, Gospođica und Travnička hronika) weltberühmt. Ein Grund hierfür war die Übersetzung seines berühmtesten Werkes "Na Drini ćuprija" ( Die Brücke über die Drina) ins Deutsche.

In seinen Romanen und Erzählungen befasst er sich vor allem mit dem bosnischem Leben und bosnischer Geschichte. Das Nebeneinander von Orient und Okzident war auch ein gewichtiges Thema seiner Bücher.Er drückte seine eigene politische Haltung mit den Büchern aus. Er war Anhänger des jugoslawischen multiethnischen Staatsgedankens, stellte aber andererseits gerade die Problematik des Zusammenlebens verschiedener Kulturen dar. Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte er sich in den Dienst des – jetzt sozialistischen – jugoslawischen Staates.

Andrić erhielt zahlreiche Ehrungen durch den jugoslawischen Staat. Er ist der weltweit bekannteste und am meisten übersetzte Autor der südslawischen Literaturen (Übersetzungen in 40 Sprachen). In Serbien, Bosnien-Herzegowina und Kroatien ehrt man Andrić immer noch, obwohl sein politisches Wirken nicht immer unumstritten ist. In Beograd gibt es ein ihm gewidmetes Museum, welches seit dem Todesjahr von Andrić jährlich den Andrić-Preis an zeitgenössische serbischsprachige Autoren vergibt.

Andrić erhielt 1961 den Nobelpreis für Literatur. Er starb am 13. März 1975 in Beograd.


Bosnien und Herzegowina: P-71, 200 Konvertible Marka, Vorderseite mit Porträt Ivo Andrić

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Jugoslawien: P-144, 10 Mio Dinara, Vorderseite mit Porträt Ivo Andrić

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