USA: National Bank Notes

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Beschreibung

USA X1929 I.jpg
  • Das Porträt zeigt bei der oben abgebildeten Note Alexander Hamilton, wie auf jedem Zehner in Small Size Format. Es sind diese Nominalwerte bekannt: 5, 10, 20, 50 und 100 Dollars.
  • Links vom Porträt Name und Sitz der ausgebenden Bank, daneben in Bogenform Series of 1929.
  • Daneben in braun die Serie. Der erste Buchstabe gibt die Position der Druckplatte an. Der letzte Buchstabe ist der Serienbuchstabe.
  • Links und rechts ist eine vierstellige Zahl zu sehen, dies ist die Lizenznummer (charter number). Die Serienbezeichnung ist auch rechts neben dem Porträt zu finden - hier Series of 1929.
  • Rechts vom Porträt befindet sich der Nominalwert in Buchstaben (TEN) und das Siegel des Schatzamts, ebenso ist der Einlösungsvermerk dort zu finden.
  • Oben links ist die Signatur des Zahlmeisters zu finden. Unter der Überschrift National Currency ist die Deckungsklausel zu finden: SECURED BY UNITED STATES BONDS DEPOSITED WITH THE TREASURER OF.
  • Oben rechts befindet sich die Signatur des Schatzmeisters.
  • Links und rechts unten sind zwei weitere Signaturen zu finden: links die Unterschrift des Kassierers der National Bank und rechts die Signatur des President oder des Vice President der National Bank.


Varianten

Es gibt zwei verschiedene Arten von National Bank Notes von 1929.

Typ 1
Die Charter-Nummer befindet sich zweimal auf der Banknote.

USA X1929 I.jpg

Typ 1 wurde zwischen 1929 und 1933 ausgegeben. Hier gibt der 1. Buchstabe die Position auf der Druckplatte an, der letzte Buchstabe die Serie. Dies ist immer ein A, ausser bei The Chase National Bank of New York City, die auch ein B verwenden konnte, da sie mehr als 6 Millionen Noten ausgab.


Typ 2
Die Charter-Nummer befindet sich ein drittes und viertes Mal auf der Banknote als Bestandteil der Serie.

USA X1929 II.jpg

Bei Typ 2 wurden die beiden Charter Numbers hinzugefügt und auch die Kontrollnummer hat Änderungen erfahren. Bei Typ 2 sind die Angaben über Druckplatte und Serienbuchstaben umgekehrt wie bei Typ 1 - der erste Buchstabe ist immer ein A (ausser bei The Bank of America National Trust and Savings Association of San Francisco, die auch ein B verwendete) und der letzte Buchstabe die Position auf der Druckplatte.


Typ 3
Federal Reserve Note, Buchstabe statt Charter-Nummer

USA X1929 III.jpg

Nicht zu verwechseln sind die Noten mit den Federal Reserve Bank Notes von 1929, die ebenfalls ein braunes statt ein grünes Siegel tragen und im SCWPM nicht von ihnen unterschieden werden.


Geschichte

Im Sezessionskrieg 1861 - 1865 kam es auf beiden Seiten zu inflationären Tendenzen, die die Wirtschaft stark beeinträchtigen. Die Regierung unter Präsident Lincoln verabschiedete zwecks Gegensteuerung am 25.02.1863 den National Currency Act. In diesem Gesetz wurde die Gründung von Nationalbanken erlaubt, unter der Bedingung, dass die Bank mehr als $50.000 Kapital habe und dass mindestens ein Drittel hiervon in Obligationen (bonds) vom Schatzamt (treasury) anzulegen sei - dies gelte als Sicherheit für die auszugebenden Noten.
Von der Summe der Obligationen könne man für 90% dieser Summe sogenannte National Banknotes ausstellen. Nach Einlösung dieser Noten konnte die Bank die Obligationen wieder dem Schatzamt zurückverkaufen.
Es bestand für staatliche Stellen Annahmezwang für diese Noten, Ausnahmen waren staatliche Zölle bzw Zinsen.
1863 nutzten 66 Banken diesen National Currency Act, ein Jahr später waren es dann schon 25%.
Um die Quote noch weiter zu erhöhen, verhängte die Regierung eine Steuer von 10% auf jede andere private Note, so das die Zahl der National Currency ausgebenden Banken bald stieg.
Folgende Nominalwerte der National Currency waren erlaubt: 1, 2, 3, 5, 10, 20, 50, 100, 500, 1.000 und 10.000 Dollars.
Die Werte zu 3 bzw 10.000 Dollars wurden nie genutzt. Fünfhunderter und Tausender wurden sehr selten ausgegeben.
Die Banken waren jedoch nicht gezwungen, alle Werte auszugeben: diese Entscheidung über die Nominale traf jede Bank für sich allein. Keinerlei Spielraum hatte man jedoch bei der Gestaltung. Sie waren bis auf die Signaturen bzw die Angabe der ausgebenden Bank identisch.
Am 3. März 1865 wurde das Gesetz verfeinert: National Currency durfte nur bis 300 Millionen US-Dollars ausgegeben werden und jede Bank erhielt eine Quote über die Menge, die sie ausgeben durfte. Diese Quote war von zwei Faktoren abhängig: Bevölkerungsanzahl der Stadt des Banksitzes und Kapitalvermögen. Fünf Jahre später wurde die Ausgabemenge auf 354 Millionen $ aufgestockt sowie eine Beschränkung auf maximal einer halben Million je Bank überhaupt auferlegt.
Sämtliche Beschänkungen fielen jedoch 1875. Nochmals 25 Jahre später wurde die Beschränkung der Ausgabe in Höhe des 90%igen Sicherheitswertes aufgehoben, das Schatzamt wurde mit der Überwachung dessen betraut.
Die Einlösepflicht wurde 1874 geändert - von der Pflicht der Banken, diese Noten einzulösen, wurde sie auf das Schatzamt übertragen. National Currency bekam ab 1875 eine sogenannte charter number aufgedruckt - notwendig für eine schnelle Einordnung bei der Einlösung bzw zur Identifikation.
Diese charter number galt 20 Jahre lang - gerechnet ab dem Tag der Zulassung. Da die ersten Banken ja schon 1863 mit der Ausgabe begonnen hätten, wäre es im Jahre 1883 dazu gekommen, dass deren Lizenz erloschen wäre. Dafür wurde am 12. Juli 1882 ein neues Gesetz geschaffen, der diese Notenausgabe samt charter number wieder um 20 Jahre verlängerte. Zwanzig Jahre später, am 12.04.1902 das selbe Spiel. 1922 wurde es auf 99 Jahre verlängert, doch man wartete nicht bis 2021, sondern nur bis zum 25.02.1927, um die Lizenz auf ewig zu erklären.
Die Zahl der Banken stieg immer weiter an - zur Jahrhundertwende weichte man das Gesetz dahingehend auf, dass auch Banken mit mindestens $25.000 Kapital gestattet wurde, National Currency auszugeben, wenn es in dem Ort mindestens 3.000 Einwohner gäbe. 1907 kam es zu einer Veränderung in der National Currency-Landschaft. Infolge einer Finanzkrise wurde der Aldrich-Vreeland-Act verabschiedet, der den Zusammenschluss von mindestens 10 Banken zu einem Trust gestattete. Zwei Bedingungen gab es hierfür: Vermögen von 50 Millionen Dollars und ein Kapitalüberschuss von 2 Millionen Dollars.
Auch die Sicherheitsleistung musste nicht mehr in Form von Obligationen getätigt werden - nun gingen auch Anleihen mit einer sechsmonatigen Laufzeit, für dessen Wert man 75% in National Currency ausgeben konnte. Die Sicherheitsklausel wurde entsprechend geändert.
Wieviele Banken oder welche Banken haben den National Currency Act genutzt?
Charta Number (Lizenznummer) 1 bekam jedenfalls die First National Bank of Philadelphia, die Nummer 14320 (die letzte) bekam Anfang 1935 eine Bank aus Kentucky: die Liberty National Bank & Trust Company aus Louisville.
Wenige Zeit später - noch im gleichen Jahr - wurde der National Currency Act jedoch de facto gestoppt: die Obligationen wurden eingezogen, die National Currency aufgerufen und später für ungültig erklärt. Gründe für diesen Schritt gab es mehrere: die eigentliche Notwendigkeit (Inflationsbekämpfung und Wirtschaftsbelebung) bestand nicht mehr und man wollte die Währungsausgabe zentralisieren, zugunsten der Federal Reserve Bank System Notes.
Die 14.320 Banken gaben in den Jahren des Bestehens National Currency im Werte von 17 Milliarden US-Dollars auf, von denen schätzungsweise nur ca $50 Millionen nicht zur Einlösung vorgelegt wurden.
Die Noten lassen sich klassifizieren:

  • First Charter - das sind die Noten von 1863 - 1875 und die vom ersten Charter, der Series of 1875.
  • Second Charter - Series of 1885
  • Third Charter - Series of 1902
  • Small Size Notes - seit 1929 gab es alle US-Noten nur noch im kleinen Format, so auch die National Currency. Aufgrund der Aufhebung der "Charterisierung" ist auf diesen Noten keine Charter Number mehr angegeben, es handelt sich um Noten der Series of 1929.