Theodor Herzl

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Biografie von Theodor Herzl

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Benjamin Ze'ev (Theodor) Herzl war ein österreichischer Schriftsteller, Publizist, Journalist und Begründer des modernen politischen Zionismus.
Herzl wurde am 02.05.1860 in Zemun im heutigen Serbien in einer assimilierten, jüdischen Familie geboren. Seine Familie zog schon bald nach Budapest, wo Herzl seine Jugend verbrachte. 1878 zog die Familie nach Wien. Im selben Jahr begann Herzl ein Jurastudium. 1884 promovierte er in diesem Fach. Daneben begann er sich für Literatur und Journalismus zu begeistern.
Herzl war für mehrere Jahre Mitglied der Studentenverbindung Wiener akademischen Burschenschaft Albia, wo Herzl erstmals persönlich mit heftigen antisemitschen Anfeindungen konfrontiert wurde und noch vor seiner Promotion austrat.
1889 heiratet Herzl Julie Naschauer. Aus der Ehe gehen zwei Töchter und ein Sohn hervor.
1891 beginnt er als Korrespondent der Wiener Neuen Freien Presse in Paris zu arbeiten. Zu Beginn seines Aufenthalts in Frankreich begreift Herzl den Antisemitismus noch als ein soziales Problem, dem am wirkungsvollsten durch die Assimilation der Juden zu begegnen sei. Er wird jedoch ähnlich wie in seinem Heimatland Österreich mit dem antisemitischen Klima in nahezu allen Lebensbereichen konfrontiert und nähert sich der Forderung nach einem Zusammenschluß der jüdischen Opposition an.
1894 berichtet er für seine Zeitung über die Affäre um den jüdischen Offizier Alfred Dreyfus, in deren Verlauf es zu heftigen antisemitischen Ausschreitungen in Frankreich kommt. Unter diesem Eindruck reift in Herzl die Idee einer organisierten Emigration der Juden in einen eigenständigen Staat.
1895 kehrt Herzl nach Wien zurück und übernimmt 1896 die Redaktion des renommierten Feuilletons der Neuen Freien Presse in Wien. Im selben Jahr bringt er seine Ideen zu Papier und veröffentlicht sein Buch Der Judenstaat. Damit wird er zum Initiator des politischen Zionismus. Bei der Niederschrift hat er keine Kenntnis von der bereits existierenden zionistischen Bewegung in Osteuropa, die sich auch in Reaktion auf die zunehmenden Pogrome gebildet hat. Erst durch Herzls Publikation findet die Idee eines selbständigen jüdischen Staats internationale Anerkennung.
Im August 1897 organisiert Herzl zusammen mit Oskar Marmorek und Max Nordau den 1. Zionistischen Weltkongress in Basel und wurde zum Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation gewählt. Das dort verabschiedete Basler Programm bildete die Grundlage für zahlreiche Verhandlungen (u.a. mit Kaiser Wilhelm II. und dem türkischen Sultan Abdülhamit II.) mit dem Ziel, eine Heimstätte des jüdischen Volkes in Palästina zu schaffen. Obwohl seinerzeit ohne greifbaren Erfolg, schuf Herzls Tätigkeit wesentliche Voraussetzungen für die Gründung des Staates Israel im Jahr 1948.
1899 gründet Herzl in London den Jewish Colonial Trust zum Ankauf von Land in Palästina. Am 27.02.1902 wurde von Herzl und Zalman David Levontin als Zweigunternehmen die Anglo-Palestine Company (APC) gegründet, aus der später die Bank Leumi hervorging. Beiden Organisationen gehörte Herzls Freund und Gefolgsmann Jacob Moser an, der zu den wichtigsten finanziellen Unterstützern des frühen Zionismus zählte.
Der britische Kolonialminister Joseph Chamberlain (1836-1914) bot Herzl ein Gebiet in Ostafrika für eine eigenständige jüdische Siedlung an. Das Vorhaben scheiterte jedoch an der ungeeigneten Beschaffenheit des Landes und an der Mehrheit der Zionisten, die kein anderes Gebiet als Palästina in Betracht ziehen wollte.
1900 publizierte Herzl die Philosophischen Erzählungen; im Jahre 1902 erschien sein utopischer Roman Altneuland, in dem Herzl seine Vorstellung für eine politische und gesellschaftliche Ordnung eines jüdischen Staates in Palästina entwarf.
Theodor Herzl starb am 03.07.1904 in Edlach in Österreich und wurde zunächst auf dem Döblinger Friedhof begraben. 1949 wurden seine sterblichen Überreste nach Jerusalem überführt und auf dem Herzlberg in Westjerusalem beigesetzt. Herzl hatte in seinem Testament diese Überführung verfügt, sobald das große Ziel der Errichtung eines Judenstaates erreicht sei.


Israel: P-41, 100 Lirot, 1973, Porträt Theodor Herzl

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