Schiffsmotive: Fischereifahrzeuge

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Fischereifahrzeuge

Erläuterung

Die berufsmäßige Hochseefischerei ist ein sehr harter, aber (wenn etwas gefangen wird) durchaus einträglicher Beruf. Es gibt eine Vielzahl von Fischereifahrzeugen. Die meisten verwenden ein Netz (Treibnetz oder Grundnetz), das oft viele Hundert Meter lang ist. Die Fische verfangen sich mit den Kiemen in den Maschen desselben und können nicht mehr entkommen. Der Fischfang wird streng kontrolliert und unterliegt vielen Gesetzen (Quoten, Schonzeiten usw.). Die Grundnetzfischerei ist z.B. in Europa nicht mehr erlaubt, da auf diese Art der Meeresboden restlos abgeräumt und ein Nachwachsen neuen Bestandes nicht mehr möglich ist (es wird allerdings noch heimlich gemacht, um den Fang zu erhöhen). Auch anderer Fischfrevel, wie das Fischen in Gebieten, wofür keine Lizenz besteht, wird kontrolliert. So kann z.B. ein russischer Trawler (Heckfänger) für Mauretanien eine Lizenz haben, aber nicht für Marokko. Da solche Dinge aber die Fischschwärme weniger interessieren, ist so mancher Kapitän oft versucht, den Schwärmen in die für ihn verbotene marokkanische Fischereischutzzone hinterherzudampfen. Solange man ihn nicht erwischt, geht es gut, aber die Chancen, entdeckt zu werden, sind sehr hoch. Was auf solche Zwischenfälle folgt, sind immense Strafen und Auseinandersetzungen bis in die höchste diplomatische Ebene. In früheren Zeiten konnten deswegen sogar Kriege ausbrechen.

Island

P-45a, 500 Krónur, 1961

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Das wirtschaftliche Wohl Islands hängt sehr vom Fischfang ab. Hier wird auf einem Trawler (Heckfänger) gerade das Netz vermittelst einer Winde eingeholt. Der Fang besteht aus prächtigen Lachsen. Man sieht es dem Kapitän, der aus dem Brückenfenster gierig zuschaut, direkt an, wie schon die Dollarzeichen in seinen Augen aufleuchten und die Rechenmaschine in seinem Kopf rattert. :-)

Peru

P-116, 1.000 Soles de Oro, 1976, Fischer vor der peruanischen Küste

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Auch vor Peru macht man es nicht viel anders als in Island. Der kalte von Süden kommende Humboldtstrom ist äußerst reich an Fischen bester Qualität.

Malta

P-32b, 5 Liri, 1973, Fischerboot und Yachthafen von Marsaxlokk

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Maltesische Fischerboote und Yachten in Marsaxlokk, im Süden der Insel. In den 80er Jahren war Marsaxlokk noch ein romantisches Fischerdorf.

P-37, 2 Liri, 1986, Containerterminal in Marsaxlokk

Marsaxlokkpeter.jpg

Zum Vergleich das moderne Marsaxlokk. Bedingt durch die günstige Lage auf der Route zwischen der Straße von Gibraltar und dem Suezkanal ist Malta eine Containerdrehscheibe (Nabenhafen oder Hub Port) ersten Ranges geworden. Mit kleineren Einheiten, sogenannten Feeders, werden Container aus dem ganzen Mittelmeerraum zum Nabenhafen Marsaxxlokk gebracht (gefeedert), wo das große Mutterschiff auf dem Weg von Nordeuropa nach Ostasien sie dann übernimmt. Das funktioniert natürlich auch umgekehrt. Das Mutterschiff bringt große Mengen Container, und die Feederschiffe bringen sie dann umgehend in die einzelnen Mittelmeerhäfen wie z.B. Barcelona, Marseille, Genua, Neapel, Triest, Piräus, Istanbul, Tripolis, Tunis, Algier usw. Das schnelle, große und teure Mutterschiff spart somit Zeit und das Anlaufen von vielen einzelnen Häfen.

Jugoslawien

P-88a, 20 Dinara, 1978, jugoslawischer Trawler

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Ein Trawler (Heckfänger) in einem jugoslawischen Hafen.

Canada

P-87b, 5 Dollars, 1972, Lachsfischer

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Vor der westafrikanischen Küste wird viel gefischt. Der von Norden kommende Guinea-Strom ist sehr fischreich.

Westafrikanische Währungsunion

P-808Tm, 5.000 Francs, Fischereihafen von Abidjan

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Hier liegt ein Seitentrawler im Port de Pêche von Abidjan (Côte d'Ivoire/Elfenbeinküste). Ein zweiter kommt gerade angetuckert. An dieser Kai liegen ständig Netze ausgebreitet, die repariert werden müssen, bevor es wieder auf Fang geht.

Die afrikanischen Gewässer sind zwar sehr fischreich, und an Menschen, die gerne Fisch essen, mangelt es dort auch nicht. Das Problem ist natürlich der Mangel an eigenen geeigneten Fangfahreugen.

Sierra Leone

P-19, 500 Leones, 1991, Trawler (Heckfänger)

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Um diesem Mißstand Abhilfe zu schaffen, wurden im Zuge der "Entwicklungshilfe" eine Anzahl solcher wie auf dieser Banknote abgebildeten Trawler diversen afrikanischen Ländern übergeben. Es waren meist in den Niederlanden gebaute leistungsfähige Heckfänger. Das ortsansäßige afrikanische Personal sollte sich jedoch an den schönen Schiffen nicht allzulange erfreuen. Wie alles in Afrika, waren sie mangels Wartung, Ersatzteilen und technischem Können sehr schnell unbrauchbar. Heute zieren sie so gut wie alle als Wracks die Küsten von Dakar bis Lagos.

Ein klassisches Beispiel für die Effizienz der sogenannten Entwicklungshilfe. Mittlerweile wird der weitaus größte Teil der Fische wieder in Lizenz durch Russen, Niederländer und Isländer vor Afrika abgefischt, und die Afrikaner fischen wie in der guten alten Zeit eben wieder so:

Tansania

P-18a, 200 Shilingí, 1986, Fischfang vor der tansanischen Küste

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So macht es doch auch viel mehr Spaß!

External Links

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