Peru: Iquitos

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Iquitos

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Mit 400.000 Einwohnern ist Iquitos die grösste Stadt Perus und die Hauptstadt der Provinz Loreto. Die Stadt ist nur per Flugzeug oder mit dem Boot auf dem Amazonas zu erreichen.
Die Stadt wurde um 1750 als Mission der Jesuiten gegründet. Ursprünglich war sie eine Verteidigungsbastion gegen Indios, die sich nicht bekehren lassen wollten. Die kleine Siedlung mit 1.500 Einwohnern überlebte bis zum Ausbruch des Kautschuk-Booms, der zwischen 1870 und 1880 einsetzte. In den nächsten 30 Jahren entwickelte sich die Stadt zum Zentrum der Kautschukgewinnung und -handels. Die Indios wurden wie Sklaven behandelt, während die Kautschukbarone immer reicher wurden.
Der Boom endete genauso schnell wie er begonnen hatte, als es einem Briten gelang, Samen der Kautschukpflanze aus Brasilien zu schmuggeln. In Malaysia wurden daraufhin Plantagen errichtet, deren Kautschuk wesentlich billiger und leichter zu ernten war.
Jahrzehntelang rang Iquitos ums Überleben. Die Versuche, die Wirtschaft über den Anbau von Tabak und Bananen anzukurbeln, scheiterten ebenso wie die Idee, den Barbasco (ein giftiges Gebräu, das die Indios zum Fischfang verwendeten) als Insektizid einzusetzen. Anfang der Sechsziger Jahre änderte sich die Lage wieder. Die Entdeckung von Erdöl und dessen Förderung liess Iquitos zur modernen Stadt aufsteigen. Seit einigen Jahren entwickelt sich der Tourismus ebenfalls zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor. Iquitos ist heute für Touristen der Ausgangspunkt für ausgedehnte Dschungeltouren (oder was man eben heutzutage dafür hält, denn längst ist die gesamte Umgebung kommerzialisiert und echter Dschungel ist nicht mehr zu erleben).
Iquitos ist mit Hochseeschiffen über den Amazonas zu erreichen. Man nennt es auch gerne den Atlantikhafen von Peru und verblüfft damit Menschen, die glauben, etwas von Erdkunde zu verstehen und dann erwidern, Peru liege doch ausschliesslich am Pazifik!
Ein Problem gibt es allerdings mit Hochseeschiffen dort: da der Fluss dort sehr eng ist, kann man nicht mehr auf herkömmliche Weise das Schiff drehen und wieder flussabwärts fahren. Man macht daher folgendes: man fährt mit voller Kraft einfach in die schlammige und sumpfige Uferböschung. Das Schiff bleibt dann darin hängen und saugt sich fest. Sodann legt man das Ruder hart nach Backbord und gibt Vollgas. Das Schiff beginnt sich um den Fixpunkt (Nase im Schlamm) zu drehen und zeigt bald in die gewünschte Richtung. Sodann gibt man voll zurück und das Schiff kommt frei. Die etwa eine Woche dauernde Fahrt den Amazonas hinunter bis in den Atlantik kann beginnen.
1981 drehte Werner Herzog hier seinen Film Fitzcarraldo mit Klaus Kinski in der Hauptrolle, der die spezifische Urwaldatmosphäre sehr gut einfing.



Peru: PS-606a, 1 Libra

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