Gonzalo Jiménez de Cisneros

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Biographie von Gonzalo Jiménez de Cisneros

Porträt Cisneros

Gonzalo Jiménez (Ximénez) de Cisneros war Erzbischof von Toledo und Großinquisitor in Kastilien.
Geboren wurde er im Jahre 1436 in Torrelaguna in der Provinz Madrid. Er entstammte einer dem niederen Adel angehörenden Familie. Für den geistlichen Stand bestimmt, erhielt er seine Ausbildung in Roa und am Franziskanerkolleg in Alcalá, studierte dann ab etwa 1450 Jura in Salamanca. Nach einem etwa sechsjährigen Aufenthalt in Rom und einer vergeblichen Bewerbung um das Amt eines Erzpriesters in Uceda wurde er 1480 Generalvikar in Sigüenza und erwarb sich hier die Gunst des Kardinals und königlichen Beraters Mendoza, auf dessen Vorschlag er 1492 zum Beichtvater Königin Isabellas ernannt wurde.
1484 trat er, auf alle Ämter und Einkünfte verzichtend, dem Franziskanerorden in Toledo bei. In diesen Jahren erwarb er sich einen hervorragenden Ruf als Prediger und Beichtvater. Auf Vorschlag Isabellas wurde er am 20.2.1495 als Nachfolger Mendozas zum Erzbischof von Toledo bestellt und damit zum Primas von Spanien und Großkanzler von Kastilien. In der Folgezeit vertrat er entschieden die Religionspolitik der Krone (Zwangschristianisierung religiöser Minderheiten sowie der Mauren einerseits, Reformierung des Ordensklerus und Bekämpfung abergläubischer Praktiken andererseits). Papst Alexander VI. betraute ihn 1495 mit der Reform der Klöster seiner Diözese und ernannte ihn 1496 zum Visitator der spanischen Franziskanerklöster, ab 1499 zum Visitator und Reformator der spanischen Bettelorden. Der Überprüfung des Klerus dienten Visitationsreisen in den Jahren 1497 - 1498. Auf dem Marktplatz von Granada wurden auf sein Geheiß hin im Jahre 1499 Scheiterhaufen errichtet, um Bücher islamischer Theologie, Philosophie, Geschichte und Naturwissenschaften zu verbrennen. Er war auch entscheidend an der Gründung der Universität Alcalá im Jahre 1508 beteiligt. Zur Hebung der Volksbildung ließ er neben erbaulichen Schriften auch praktische Anweisungen zur Verbesserung der Landwirtschaft drucken. Daneben trat er als Stifter und Förderer von Kirchen und Klöstern hervor, war aber Initiator zahlreicher bedeutender weltlicher Bauten dieser Zeit.
Nach Königin Isabellas Tod am 26.11.1504 vermittelte Cisneros zwischen König Ferdinand II. von Aragonien und seinem Schwiegersohn Philipp dem Schönen in der Nachfolgefrage. Nach dem Tod Philipps am 25.9.1506 übernahm er die Regentschaft für Johanna "der Wahnsinnigen" und veranlaßte Ferdinand zur Übernahme der Regentschaft in Kastilien. Ferdinand ließ Cisneros daraufhin am 17.5.1507 durch den Papst zum Kardinal erheben und ernannte ihn zum Großinquisitor Kastiliens. In dieser Funktion spürte er einer große Zahl vermeintlicher Ketzer auf, verurteilte sie und ließ sie verbrennen. Zusammen mit dem späteren Papst Hadrian VI. übte Cisneros nach dem Tod Ferdinands ab 1516 bis zu seinem Tod die Regentschaft für den noch unmündigen, späteren Kaiser Karl V. aus.
Er starb am 8.11.1517 in Roa.


Spanien: P-77a, 500 Pesetas, 15.08.1928, Porträt Cisneros und Kathedrale von Toledo

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