Bartolomé de Las Casas

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Biografie von Bartolomé de Las Casas

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Bartolomé de Las Casas war Mitglied des Dominikanerordens und für die Kirche in den spanischen Kolonien in Amerika tätig. Bekannt war er durch seinen Einsatz für die Rechte der Ureinwohner.
Geboren wurde 1484 als Sohn eines Händlers, der Kolumbus auf seiner zweiten Reise begleitet hatte. Nach Abschluß eines Lateinstudiums in Salamanca reiste er 1502 in die spanische Kolonie Española (heute Dominikanische Republik und Haïti). Dort wurde er erstmals mit den grausamen, entsetzlichen Folgen der spanische Herrschaft über Lateinamerika und deren Kolonialisierungspolitik konfrontiert. So legen die Bevölkerungszahlen der Insel Española darüber ein vernichtendes Urteil ab: Als Kolumbus 1492 die Insel betrat, lebten dort weit über 1 Million Menschen in glücklicher Abgeschiedenheit, 1510 waren noch 46.000 übrig, 1514 noch 16.000, 1517 noch 1.000.
Diese Zahlen sprechen eine furchtbare Sprache und richten die spanische Herrschaft mehr als Worte vermögen. Auf den anderen Inseln lagen die Verhältnisse in ähnlicher Weise. Die Ursachen dieser Vernichtung - das Wort Bevölkerungsrückgang sagt viel zu wenig - liegen in der grausamen Behandlung und Ausnützung der Eingeborenen, die den spanischen Ansiedlern einfach zugeteilt und denen die letzten Lebenskräfte erbarmungslos ausgepresst wurden. Wie viele der harmlosen Menschen, die nicht die einfachsten Elemente der christlichen Lehre fassen, geschweige denn unterscheiden konnten, durch Folter, Hinrichtung und Verbrennung ums Leben kamen, konnte nicht festgestellt werden. Dazu kam die Einschleppung der Blattern und anderer ansteckender Krankheiten durch die Fremden, die die elenden Reste der Bevölkerung vollends vernichten.
1510 wurde Las Casas nach der Gründung der Dominikaner-Mission in Santo Domingo zum Priester geweiht - als erster Christ in der Neuen Welt.
1512 nahm er an der spanischen Eroberung Kubas teil. Dort erwarb Las Casas zunächst Boden, eine Goldmine und indianische Sklaven. Aus humanitären behandelte Las Casas seine Indiosklaven menschlich und kam bald in den Ruf der Heiligkeit. Unter dem Eindruck der Dezimierung und brutalen Versklavung der einheimischen Bevölkerung durch die Spanier trat er im Laufe der Zeit immer energischer gegen die unmenschliche Behandlung von Indiosklaven durch die Konquistadoren ein und erreichte damit bescheidene Reformen der spanischen Indianerpolitik. 1514 gab er seinen Besitz auf. 1516 erreichte er sogar die Einsetzung einer Untersuchungskommission auf Haïti, die allerdings vor Ort korrumpiert wurde.
1520 erlangte Las Casas vom spanischen König Karl I. die Erlaubnis, in Venezuela eine Modellkolonie nach seinen Vorstellungen einzurichten, doch schon 1522 setzte eine Sklavenjägerexpedition dem Versuch ein Ende. Erst 1542 schaffte es Las Casas, bei der spanischen Krone Schutzgesetze (Leyes Nuevas) für die Ureinwohner durchzusetzen, die die willkürliche Folterung und Tötung verboten. Sie wurden jedoch wegen des massiven Widerstandes der spanischen Eliten vor Ort nie durchgesetzt.
Bartolomé de Las Casas wurde 1544 Bischof von Chiapas in Mexiko und setzte dort die von ihm vorgeschlagenen neuen Schutzgesetze durch. Er wurde deshalb in Madrid verleumdet und konnte nicht verhindern, dass die spanischen Indianerschutzgesetze 1545 wieder aufgehoben wurden. 1547 kehrte er nach Spanien zurück und lebte bis zu seinem Tod am 31.07.1566 im Dominikanerkloster Santa Maria de Atocha in Madrid.
Las Casas war einer der wenigen einsichtigen Männer von wirklich christlicher Gesinnung und unermüdlicher Vorkämpfer für eine bessere Behandlung der Indianer, einige Sätze aus seinem Urteil über die Spanier seien hier wiedergegeben:

"Die Räte unseres Königs haben eine große, reiche Welt zur ungeheuerlichen Schmach des christlichen Glaubens ausgeraubt und verödet. Für diese Verwüstung und unerhörte Verminderung des Menschengeschlechts steht ihnen keinerlei Entschuldigung zur Seite. Spaniens Könige waren einst die reichsten Fürsten, jetzt sind sie die ärmsten. Obgleich sie mehr als 200 Millionen Dukaten an Gold, Silber, Perlen und Edelsteinen aus Westindien gewonnen haben, so ist alles verschwunden, als wäre es Rauch gewesen."

Und doch kann Las Casas nicht als edler Menschenfreund im Gedächtnis bleiben - denn er gilt als derjenige, der anstelle der körperlich schwachen Indianer die Verwendung von Negern als Sklaven vorschlug. Er wurde auf diese Weise der ungewollte, intellektuelle Urheber des Sklavenhandels, der das "schwarze Elfenbein" in grosser Menge zuerst nach Westindien und später in die Südstaaten der Union brachte.


Mexico: PS-235d, 20 Pesos, 1913, in der Mitte Bartolomé de Las Casas

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