Bank: Hongkong and Shanghai Banking Corporation

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The Hongkong and Shanghai Banking Corporation

Die Hongkong and Shanghai Banking Corporation Limited (HSBC) wurde 1865 gegründet, um den Ablauf des finanziellen Teils der Handelsbeziehungen zwischen Europa, China und Indien zu verbessern. Die Idee zur Gründung der Bank geht auf den Schotten Thomas Sutherland zurück, der für die Peninsular and Oriental Steam Navigation Company in Hongkong arbeitete.
Er stellte fest, dass den europäischen Händlern in Hongkong genauso wie den Chinesen die Waren nach Europa verkaufen wollten eine kompetente Bank fehlte, die sich in beiden Finanzsystemen auskannte. Sutherland brachte seine Idee eines Finanzinstituts, das nach den schottischen Bankprinzipien arbeiten sollte, zu Papier und ging auf die Suche nach Investoren. Er fand sie unter den Handelshäusern von Hongkong, aber auch amerikanische, indische und europäische Teilhaber brachten das Gründungskapital von 5 Millionen Hongkong-Dollar zusammen.
Am 30.03.1865 eröffneten in Hongkong die ersten Geschäftsräume und schon einen Monat später folgte die Filiale in Shanghai. Das Geschäft lief von Anfang an gut - dadurch dass man größtenteils Einheimische beschäftigte, fand man auch unter den Chinesen schnell Kunden. Man begann mit weiteren Filialen bis Europa und Nordamerika zu expandieren, Schwerpunkt blieb aber Asien.
In mehreren Ländern der Region war die Hongkong and Shanghai Banking Corporation ein Vorreiter auf dem Gebiet des modernen Bankwesens. So war man nach der Filialgründung in Japan 1866 offizieller Berater der Regierung in Sachen Finanzen und Währung. Die 1888 in Thailand eröffnete Filiale war die erste Bank im Land, die überhaupt Banknoten heraus gab.
Von Anfang an war einer der wichtigsten Geschäftsbereiche der HSBC die Finanzierung von Handelstransaktionen. 1874 gab man als erste Bank in China öffentliche Anleihen aus. Seit etwa 1880 war man zudem die Hausbank der Regierung von Hongkong und übernahm auch die Verwaltung der britischen Regierungsrechnungen in China, Japan, Penang und Singapur. Seit 1872 gab die Bank auch Banknoten heraus, die in diesen Gebieten zirkulierten.
Vor allem unter der Führung des Chief Manager Thomas Jackson in den Jahren 1876 bis 1902 wuchs die Bank zu einem der marktbeherrschenden Institute Asiens. Jackson rekrutierte gut ausgebildete Manager und Bankfachleute aus England und Schottland, die ihr Wissen an die Angestellten in den Filialen weiter gaben und so die fortschrittlichsten Methoden verbreiteten.
Mit Beginn des 20. Jahrhunderts nahm die Ausgabe von Krediten an Regierungen breiteren Raum ein. So finanzierte man in China den industriellen Fortschritt und Infrastrukturprojekte, vor allem Eisenbahnlinien. Nach einer kurzen Flaute während des 1.Weltkriegs entdeckte die HSBC in den Zwanziger Jahren die Rohstoffindustrie als neues Geschäftsfeld, vor allem der Abbau und Handel von Gummi und Zinn spielten eine große Rolle. Der Erfolg spiegelte sich auch im äußeren Bild der Bank wieder, so erhielten die Filialen in Bangkok, Manila und Shanghai neue Gebäude und schließlich folgte 1935 die Eröffnung einer neuen Zentrale in Hongkong.
Der 2.Weltkrieg bedeutete für die Bank einen harten Einschnitt, denn mit dem Vorrücken der Japaner geriet die Mehrheit des englischstämmigen Personals in Asien in Kriegsgefangenschaft. Der damalige Chief Manager und sein Stellvertreter starben sogar während der Haft in Hongkong. Die verbliebene Filialen wurden ab 1943 von einem provisorischen Direktorium von London aus gelenkt.

Zentrale der HSBC unter japanischer Flagge

Nach dem Krieg wurden die Niederlassungen schnell wieder eröffnet und die Bank errang bald eine Schlüsselrolle im Wiederaufbau der Wirtschaft in Hongkong. Zwischen 1949 und 1955 verlor man dann fast alle Büros in China, nur die Filiale in Shanghai blieb auch unter Mao geöffnet. Dadurch konzentrierte sich die Arbeit der Bank auf Hongkong und man überlegte in andere Richtungen zu expandieren. So erwarb man 1959 die Mehrheit an der 1853 in Bombay gegründeten Mercantile Bank, um in den Markt in Indien und Malaysia vorzudringen; 1978 wurde diese Bank vollständig übernommen. Auch die Übernahme der 1933 gegründeten lokalen Hang Seng Bank in Hongkong, der Erwerb der British Bank of the Middle East 1959 und der Kauf der Handelsbanksparte der Wardley Limited 1972 sicherten die neuerliche Marktführerschaft der HSBC. Außerdem gründete man 1955 die Hongkong and Shanghai Banking Corporation of California um auch im amerikanischen Markt Fuß zu fassen und um Kunden unter der großen Zahl der Exil-Chinesen zu finden. Ab etwa 1980 versuchte die Bank in Nordamerika weitere Marktanteile zu erringen und erwarb dazu 51% der Anteile der Marine Midland Bank, 1987 folgte die vollständige Übernahme. Zwischen 1979 und 1986 entstand in Hongkong nach Plänen des Architekten Sir Norman Foster eine neue Konzernzentrale.
In Europa ging man dagegen durch den Erwerb eines 14,9% Anteils an der britischen Midland Bank zunächst eher eine Art strategischer Partnerschaft ein, um bei Großvorhaben von einander profitieren zu können. Nachdem jedoch die Aktivitäten und das Vermögen der HSBC 1991 in einer Holding zusammengefasst worden waren, entschied man sich dafür, die Midland Bank für 3,9 Milliarden Pfund vollständig zu übernehmen. Aus rechtlichen Gründen musste in diesem Zusammenhang der Konzernsitz auch nach London verlegt werden. Dafür wurde zwischen 1997 und 2002 der HSBC Tower am Canary Wharf erbaut, wieder nach Entwürfen von Sir Norman Foster.
Die HSBC-Gruppe gehörte danach 1992 mit einem Gesamtvermögen von 170 Milliarden Pfund zu den größten Finanzorganisationen dieser Art in der Welt. Weitere strategische Zukäufe in Brasilien, Argentinien und den USA folgten.
Im November 1998 wurde das alte Wappen der Bank ersetzt und die Finanzgruppe erhielt ein neues einheitliches Logo, ein rot-weißes Hexagon (Sechseck).
2004 übernahm man die Bank of Bermuda und erwarb Minderheitsanteile an der indischen UTI Bank und der chinesischen Bank of Communications Ltd.
Seit 2005 operiert man auch wieder unter dem Namen Hongkong and Shanghai Banking Corporation im einstigen Kernland China. Die HSBC war die erste ausländische Bank, die von einer Filiale in Peking Finanzdienstleistungen in der Landeswährung anbieten durfte. Zudem erwarb man einen zwanzigprozentigen Anteil an der zweitgrößten Lebensversicherung Chinas.



Hongkong: P-179e, 500 Dollars, 1968, Porträt Chief Manager Thomas Jackson

Vorderseite

Hongkong: P-185d, 100 Dollars, 1972-76, alte HSBC-Bankzentrale

Rückseite

Hongkong: P-197, 20 Dollars, 1990-92, neue HSBC-Bankzentrale von Sir Norman Foster

Rückseite