Bank: British Linen Bank

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British Linen Bank

Bankzentrale 1753-90, Moray House Edinburgh

George II, König von Großbritannien und Irland in den Jahren 1727 bis 1760, begründete im Jahre 1746 mittels einer Royal Charter die British Linen Company. Diese Firma übernahm die Geschäfte der seit etwa 1727 existierenden Edinburgh Linen Company. Bis 1906 führte die Firma nicht den Titel Bank im Namen. Laut der Royal Charter bestand die Aufgabe der Firma darin, die Niederlassungen der Leinenmanufaktur zu führen und vor allem deren finanzielle Transaktionen zu koordinieren. Trotzdem die Firma in Schottland beheimatet war, führte sie im Titel die Bezeichnung British. Das widerspiegelte das Misstrauen der Briten in alles Schottische nach dem jakobitischen Aufstand von 1745, und nur unter dieser Bedingung wurde die Charter überhaupt bewilligt. Hauptfinanzier der British Linen Company waren der dritte Duke of Argyll, Lord Milton, der Earl of Panmure und George Middleton, ein Bankier aus London. Das Stammkapital betrug 100.000 Pfund und erst 1806 wurde es auf 200.000 Pfund angehoben. Die erste Zentrale der Firma war das Moray House in der Canongate in Edinburgh.
Obgleich das ursprüngliche Ziel der Firma die Förderung der Leinenindustrie war, begann sie sich ab etwa 1760 zu einem Bankhaus zu entwickeln, das auch Banknoten ausgab. 1765 erkannte die Royal Bank of Scotland die British Linen Company als Bank an, 1771 erfolgte die Anerkennung durch die Bank of Scotland. Die große Stärke der Bank war die schnelle, weite Verbreitung im Land, da sie auf das Netz der Niederlassungen aus dem Leinengeschäft zurückgreifen konnte. 9 dieser Niederlassungen waren um 1780 Bankfilialen.
1813 erfolgte eine erneute Kapitalerhöhung auf 600.000 Pfund. Die Royal Bank of Scotland und die Bank of Scotland protestierten dagegen mit der Begründung, die Firma würde damit ihre eigentliche Aufgabe, die Förderung des Leinenhandels, aus den Augen verlieren. Diese beiden Banken sahen in der British Linen Company aber wohl eher einen Konkurrenten im Bankgeschäft, den es zu bekämpfen galt.
Um 1800 wurde eine neue Bankzentrale erbaut, bis 1808 wurden die angrenzenden Grundstücke dazugekauft, das Gebäude erweitert und immer mehr Mitarbeiter eingestellt; ein deutliches Zeichen für ein florierendes Geschäft. Die Wirtschaftskrise von 1837 bremste diesen kommerziellen Erfolg etwas, traf die British Linen Company aber nicht so wie manch andere schottische Bank. Die Bank wuchs weiter und im Jahre 1845 waren eigene Banknoten im Gegenwert von 438.024 Pfund im Umlauf. Auch die ab 1850 folgende Bankenkrise überstand die Firma unbeschadet, obwohl unter anderem die Western Bank und die City of Glasgow Bank zusammenbrachen.

Wappen der British Linen Bank

Am 11.06.1906 änderte die Firma ihren Namen nun offiziell in British Linen Bank. Die Jahre zwischen 1917 und 1926 waren die Zeit der großen Bankenfusionen, die Großen übernahmen die Kleinen. Nur noch 8 der ursprünglich 27 Notenbanken führten nun die Bankgeschäfte der etwa 4.8 Millionen Schotten. Die British Linen Bank war nun eine hundertprozentige Tochter der britischen Barclays Bank. Damit einher ging 1918 eine Kapitalerhöhung auf 29 Millionen Pfund und schon 1920 musste auf 36 Millionen Pfund erhöht werden. Die Bank behielt jedoch ihre Firmenzentrale in Edinburgh, ihr Filialnetz und ihre eigenen Geldscheine.
In den 50er und 60er Jahren folgten weitere Fusionen der verbliebenen Banken. Am 09.05.1969 wurde der Vertrag über den Zusammenschluss der British Linen Bank mit der Bank of Scotland unterzeichnet. Ein 35prozentiger Anteil an der Bank of Scotland ging dafür an die Barclays Bank. Nachdem am 23.06.1970 die königliche Bestätigung erfolgt war, wurde die Fusion am 01.03.1971 vollzogen. Bis 1999 bestand die British Linen Bank unter dem Dach der Bank of Scotland als Handelsbank.


Schottland: P-157c, 1 Pound, 14.08.1947

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