Augusto César Sandino

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Biographie von Augusto César Sandino

Porträt Augusto César Sandino

Augusto César Sandino war ein nicaraguanischer Revolutionär und Guerillaführer.
Geboren wurde er am 18.05.1895 als uneheliches Kind eines Kaffeebauern unter dem Namen Augusto Nicolás Calderón Sandino. Seine Mutter war Arbeiterin auf der Plantage seines Vaters. Ab dem Alter von 9 Jahren wurde er von seiner Großmutter aufgezogen. Erst als er sich durch eigene Arbeit seinen Lebensunterhalt selbst verdienen konnte, durfte er wieder zur Familie seines Vater zurückkehren.
Mit 17 Jahren erlebte er im Juli 1912 den Einmarsch amerikanischer Truppen in Nicaragua. Diese Truppen sollten einen von General Benjamín Zeledón geführten Aufstand gegen den proamerikanischen, konservativen Präsidenten Adolfo Díaz niederschlagen. Zeledón starb jedoch bald, wurde jedoch für Sandino zum Vorbild. Er schloss sich den Aufständischen an und verübte 1921 ein Attentat auf einen konservativen Politiker. Er floh dann nach Honduras und später nach Guatemala. Auf der Flucht kam er mit verschiedenen religiösen Gruppen, aber auch mit Freimaurern und anti-imperialistischen, anarchistischen und kommunistischen Revolutionären in Kontakt, deren Ideen ihn beeinflußten
1926 kehrte er nach Nicaragua zurück und begann, auf Seiten der sogenannten Liberalen einen bewaffneten Kampf gegen das von den Amerikanern unterstützte konservative Regime zu führen. Schon bald kämpfte er im Rang eines Generals und organisierte die Bewaffnung einer Truppe von Bergarbeitern. Im Wappen seiner Truppe war ein enthaupteter US-Marine-Soldat abgebildet. Aus dieser Initiative entstand um das Jahr 1927 das "Verteidigungsheer der nationalen Souveränität". Damit vollzog Sandino den Übergang zu einer bewussten Guerilla-Strategie.
Die US-Truppen waren nie imstande, ihn zu fassen oder gar zu töten. Sandino ließ sogar ein falschen Begräbnis für sich selbst abhalten, um seinen Aufenthaltsort zu verschleiern. Schließlich versprachen die Amerikaner im Pakt von Espino Negro dem liberalen Anführer General Moncada die Präsidentschaft. Der Preis für den Abzug der US-Soldaten war die Entwaffnung der liberalen Truppen. Sandino stellte zwar die Kämpfe ein, gab jedoch seine Waffen nicht ab. Mit etwa 30 Gefolgsleuten zog er sich in den Nordosten des Landes zurück, um dort eine kooperative Plantage zu bewirtschaften.
Doch schon im Laufe des Jahres 1927 kehrten die US-Truppen zurück und Sandino reorganisierte seine Truppe wieder. In den folgenden 6 Jahren brachte er den Amerikanern und der inzwischen gegründeten Nationalgarde immer wieder Niederlagen bei und war militärisch durchaus erfolgreich.
Erst als die US-amerikanischen Truppen 1933 abzogen, ließ Sandino seine Armee entwaffnen. Dies erwies sich als folgenschwerer Fehler. Die Nationalgarde unter dem Oberkommandanten von Anastasio Somoza García brach die Abmachungen mit Sandino und ging 1934 zur Verfolgung der ehemaligen Guerillakämpfer über. Sandino wurde unter dem Vorwand von Verhandlungen von der Nationalgarde in einen Hinterhalt gelockt und am 21.04.1934 ermordet.
Sandino wurde zum Vorbild für zahlreiche Revolutionäre nicht nur in Südamerika. Vor allem machte er aber den Guerilla-Krieg zu einem wichtigen Element im Kampf der politischen Bewegungen Südamerikas.
1961 benannte sich nach ihm eine linke Befreiungsbewegung. Die Anhänger und Mitglieder der FSLN - Frente Sandinista de Liberación Nacional (deutsch: Sandinistische Nationale Befreiungsfront) oder kurz Sandinistas standen 1979 an der Spitze einer breiten Widerstandsbewegung, die die seit 43 Jahren bestehende Diktatur der Somoza-Dynastie unter Präsident Anastasio Somoza Debayle stürzte und anschließend Nicaragua bis 1990 regierte.


Nicaragua: P-145b, 1.000 Cordobas, 1985, Porträt Augusto César Sandino

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