Agnes von Böhmen

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Agnes von Böhmen

Gemälde von 1482

Agnes von Böhmen (1211-1282) (auch Agnes von Prag; tschechisch: Svatá Anežka Česká auch Anežka Přemyslovna) war die jüngste Tochter des böhmischen Königs Ottokar I. Přemysl und Konstanze von Ungarn. Bereits im Alter von drei Jahren verlobte ihr Vater sie mit Prinz Boleslaw von Schlesien und überließ sie ihrer zukünftigen Schwiegermutter Hedwig zur Erziehung in dem von ihr gegründeten Zisterzienserinnenstift Trebnitz - dem heutigen Trzebnica - in Polen. Als sie sechs Jahre alt war, starb Boleslaw und Agnes wurde mit Heinrich, dem Sohn des Kaisers Friedrich II. verlobt. Heinrich war damals 10 Jahre alt und gerade als König Heinrich VII. von Deutschland gekrönt worden. Dem damaligen Brauch zufolge hätte Agnes ihre Kindheit am Hofe ihres zukünftigen Ehemannes verbringen müssen, damit sie u.a. die Sprache und Kultur ihres neuen Landes kennen lernen konnte. Kaiser Friedrich II. residierte jedoch in Palermo während sein Sohn Heinrich vom Erzbischof Engelbert in Köln erzogen wurde. Man entschied daher, sie für fünf Jahre nach Wien an den Hof von Leopold VI. von Babensberg zu schicken, wo sie auf ihr Leben als Königstochter vorbereitet werden sollte.

Doch Leopold verfolgte seine eigenen Ziele und plante, seine eigene Tochter Margaret mit dem Deutschen König Heinrich VII. zu verheiraten. Schließlich wurde die Heirat zwischen Agnes und Heinrich VII. nach sechs Jahren Verlobung verworfen. Ihr Vater verfolgte nun den Plan, sie mit König Heinrich III. von England zu verheiraten. Dies scheiterte jedoch am Einspruch des Kaisers, der – inzwischen verwitwet – sein eigenes Interesse an Agnes anmeldete. Ottokar I. verlobte seine Tochter schließlich gegen ihren ausdrücklichen Willen mit dem deutschen Kaiser und erst durch die Fürbitte des Papstes Gregor IX. konnte sie Friedrich II. überreden, sie wieder freizugeben.

Nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 1230 konnte Agnes sich schließlich ihrem Hauptanliegen widmen - dem Leben für Gott und die Armen und Kranken. Mit der heiligen Klara, die ihr großes Vorbild war, stand sie in regem Schriftverkehr. Sie gründete 1232 mit Unterstützung ihres Bruders Wenzel I. in Prag ein Franziskaner-Hospital für Arme. Aus diesem Hospital ging später der Orden der „Kreuzritter vom Roten Stern“ hervor, die einzige böhmische Ordensgründung, sowie ein Klarissinnenkloster, welches sie mit Nonnen aus Trient besiedelte. 1234 legte sie ihre Krone ab und trat selbst in ihr Kloster ein und wurde dessen Äbtissin. Agnes bemühte sich auch um Gründung eines Frauenordens nach den strengen Regeln der Franziskaner. Ihr Vorhaben wurde jedoch von Papst Gregor IX. nicht genehmigt. Aus Protest legte sie das Amt der Äbtissin nieder und nannte sich seit dem nur "Die ältere Schwester".

Schon bald nach ihrem Tode wurde sie für eine Heilige gehalten und mehrere böhmische Herrscher versuchten vergeblich, sie auch tatsächlich kanonisieren zu lassen. Erst 1874 wurde sie selig, am 12. November 1989 dann von Papst Johannes Paul II. heilig gesprochen. Ihre Heiligsprechung basierte zum Teil auf ihren Heilkünsten und Visionen. So prophezeite sie angeblich den Sieg ihres Bruders Wenzel im Kampf gegen Österreich.



Tschechei: P-17, 50 Korun, Vorderseite mit Porträt Agnes von Böhmen

Tschechei P-17 Vs.jpg